Studie prognostiziert Pflegenotstand in 2030

21.11.2012 - Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung droht Deutschland in Zukunft ein massiver Pflegenotstand: Rund eine halbe Million Vollzeit-Pflegekräfte könnten im Jahr 2030 fehlen. Gleichzeitig ist mit einer deutlich steigenden Anzahl von Pflegebedürftigen in den nächsten Jahre zu rechnen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) plädiert angesichts dieser Zahlen für eine Verkürzung der Ausbildungszeit bei Altenpflegern.


Studie prognostiziert Pflegenotstand in 2030

Deutschland droht Pflegenotstand

Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland bis zum Jahr 2030 um fast die Hälfte auf rund dreieinhalb Millionen steigen. In einigen Kommunen könne der Anteil der Pflegebedürftigen hierbei sogar noch höher liegen. Sollte diese Prognose tatsächlich eintreten, würden rund eine halbe Million Pflegekräfte fehlen. Daher warnen Experten bereits jetzt vor den verheerenden Folgen eines solchen Missverhältnisses zwischen Pflegern und Bedürftigen.

Pflegebedarf variiert

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung ging außerdem der Frage nach, welche Bundesländer in besonderem Maße von einem drohenden Pflegenotstand betroffen sein könnten. Während in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg die Anzahl der Pflegebedürftigen bis 2030 voraussichtlich um 28 Prozent bzw. 32 Prozent ansteigen wird, könnte sie sich in Brandenburg sogar um bis zu 72 Prozent erhöhen. In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wird sich die Anzahl der Pflegebedürftigen wahrscheinlich verdoppeln. Vor allem Städte wie München werden laut der Studie in besonders starkem Maße von einer Zunahme an Pflegebedürftigen betroffen sein.

Verkürzte Ausbildung gefordert

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) forderte angesichts dieser Zahlen eine Verkürzung der Pflegeausbildung. Derzeit umfasst die Ausbildung zum Altenpfleger einen Zeitraum von drei Jahren. Der BA zufolge könne dieser bei Arbeitslosen, die bereits Erfahrungen im Bereich der Altenpflege sammeln konnten, um ein Jahr verkürzt werden. Die BA verwies zudem darauf, dass es aktuell nicht an Pflegekräften mangele, diese jedoch oftmals nicht erprobt in der Berufsausübung seien. Laut BA-Vorstand Raimund Becker müssten in diesem Bereich von der Politik die gesetzlichen Hürden abgebaut werden, um dieses Potenzial abzuschöpfen.


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