PKV: Immer weniger Vollversicherte

07.04.2016 - Die Zahl der privat Versicherten sinkt weiter – das geht aus den Branchenzahlen hervor, die diese Woche vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) veröffentlicht wurden. Demnach gab es 2015 rund 47.000 Vollversicherungsverträge weniger als noch im Jahr zuvor. Ein deutliches Plus konnten die Unternehmen hingegen bei den Pflegezusatzversicherungen verzeichnen.


PKV: Immer weniger Vollversicherte

Abwärtstrend hält an

Auch im Jahr 2015 mussten die privaten Krankenversicherer rückläufige Mitgliedszahlen verzeichnen: Laut aktuellen Branchenzahlen hat sich der Bestand an Vollversicherten im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent auf 8,79 Millionen Personen verringert. Dies entspricht einem Verlust von 47.100 Verträgen im Vergleich zum Vorjahr. Bereits 2014 gab es ein Minus von 0,6 Prozent. Als Hauptgrund für diese Entwicklung sieht der PKV-Verband den Sondereffekt, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Höchststand erreicht hat. Gleichzeitig gab es mit 97.000 einen deutlichen Rückgang bei den selbstständigen Unternehmern. Infolgedessen mussten laut dem Verband mehrere tausend vorher privatversicherte Selbstständige aufgrund ihrer sozialversicherungspflichtigen Anstellung in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

Zuwachs bei Pflegezusatzversicherungen

Trotz der sinkenden Bestände konnten die privaten Krankenversicherungen mit 34,62 Milliarden Euro ein Plus von 0,9 Prozent bei den Beitragseinnahmen verzeichnen. Auch der Bereich der privaten Zusatzversicherungen entwickelte sich positiv für die Anbieter. So wurden 2015 rund 414.000 neue Verträge abgeschlossen – insgesamt beläuft sich die Zahl auf 24,8 Millionen. Besonders stark war das Wachstum in der Pflegezusatzversicherung: Bei den staatlich geförderten Policen stieg die Zahl um 22,4 Prozent auf 683.500 Verträge, die ungeförderten Pflegezusatzpolicen kamen auf 2,59 Millionen – ein Zuwachs um 4,2 Prozent. „Den Menschen wird zunehmend bewusst, dass die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall nur einen Teil der Kosten trägt und für die Betroffenen oder ihre Angehörigen ohne private Vorsorge eine Finanzierungslücke von oft mehr als tausend Euro im Monat bleibt“, erklärte Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) anlässlich der Vorstellung dieser Zahlen.


Zur News-Übersicht