PKV: Flexiblerer Einsatz von Altersrückstellungen gefordert

18.05.2012 - Die starken Beitragssteigerungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) stehen seit längerem in der Kritik. Nun hat der Verband der privaten Krankenversicherer einen Vorschlag gemacht, der die regelmäßigen Anpassungen mildern könnte. Demnach sollen zukünftig die Altersrückstellung, die derzeit erst ab dem 65. Lebensjahr des Versicherten genutzt werden dürfen, bereits vor dem 60. Lebensjahr einsetzbar sein.


PKV: Flexiblerer Einsatz von Altersrückstellungen gefordert

Funktion der Alterungsrückstellungen

Um für den Versicherungsnehmer sehr hohe Beiträge im Alter zu vermeiden, werden aus einem Teil der Beiträge über die gesamte Versicherungszeit sogenannte Altersrückstellungen gebildet. In jüngeren Jahren - mit einer vergleichsweise niedrigen Beanspruchung der ärztlichen Versorgung - zahlt der Versicherte einen Beitrag, der über der durchschnittlichen Leistungsbereitstellung liegt. Dafür liegt der Beitrag im Alter unter den Kosten der eigentlichen Inanspruchnahme der Versicherungsleistungen. Das Defizit wird durch die angesparten Summen, die mit 3,5 Prozent verzinst werden, ausgeglichen.

Vorschlag der PKV

Die Altersrückstellungen werden ab einem bestimmten Alter auf die Beiträge angerechnet. Bislang lag diese Altersgrenze bei 65 Jahren - erst danach konnten die Versicherten die Altersrückstellungen in Anspruch nehmen. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 77 Jahren kommen die Altersrückstellungen dementsprechend nur etwa 12 Jahre lang zum Tragen. Der PKV-Verband möchte nun die Altersgrenze dahingehend absenken, dass die Versicherten bereits vor dem 60. Lebensjahr von ihren Ansparungen profitieren können. Auf diese Weise - so der  PKV-Verband  - ließen sich die Beitragserhöhungen deutlich abmildern. Anstelle von großen Sprüngen im Beitragssatz käme es dann nur noch zu moderaten Erhöhungen. Nach Angaben des Verbandes befinde man sich derzeit in Gesprächen mit dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Weitere Maßnahmen

Der flexiblere Umgang mit den Altersrückstellungen ist zwar ein erster Ansatz, er allein kann jedoch die Kostensprünge der Beiträge nicht in verträgliche Bahnen lenken - das geben auch die privaten Versicherer zu bedenken. Deswegen fordern sie zudem eine Absenkung der Schwelle, ab der eine Beitragserhöhung ausgelöst werden kann. Mit fünf Prozent anstelle der bisher geltenden höheren Werte sehen sich die privaten Krankenversicherer in der Lage, starke Beitragserhöhungen zu vermeiden. Nach eigenen Aussagen würden die Beiträge dann zwar öfter, aber wesentlich geringer ansteigen. Ebenfalls notwendig für den Erfolg dieser Verfahrensweise ist die Abschaffung der Billigtarife. Der Verband der privaten Krankenversicherer weist darauf hin, dass die Branche in dieser Frage bereits selbst reagiert. Die DKV z.B. hat Billigtarife im vorigen Jahr aus ihrem Angebot gestrichen.


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