PKV - Beitragsanpassungen effektiv entgegenwirken

07.12.2010 - Zum Jahresende aktualisieren die privaten Krankenkassen ihre Preiskalkulationen – in der Folge ergeben sich bei zahlreichen Versicherungstarifen erhöhte Beiträge. Doch wie kann den Beitragserhöhungen effektiv entgegengewirkt werden?


PKV - Beitragsanpassungen effektiv entgegenwirken

Hintergrund der Beitragsanpassungen

Von der Erhöhung sind die meisten der knapp neun Millionen Versicherten der privaten Krankenversicherung (PKV) betroffen. Doch was können Sie bei einer Beitragserhöhung tun? 

Die Kalkulation der Versicherungstarife dient den Unternehmen dazu, auch zukünftig ihre Leistungen finanzieren zu können. Erhöhte Kosten im Gesundheitswesen und eine zunehmende Lebenserwartung der Versicherten sowie schlechtes wirtschaften der Gesellschaften machen eine Erhöhung der Beiträge bei vielen Tarifen notwendig. Die Anpassungen variieren allerdings von Gesellschaft zu Gesellschaft und je nach Tarif deutlich. Einige Tarife garantieren konstante Beiträge bis Ende 2011, andere dagegen führen eine Anpassung von über zehn Prozent durch. Doch auch bei garantierten Beiträgen ist besondere Vorsicht geboten. Denn wie hoch fällt die Beitragsanpassung nach der Garantie aus? Besonders deutliche und einschneidende Konsequenzen ergeben sich für die Versicherten, wenn parallel zu dieser Erhöhung die vereinbarte Selbstbeteiligung noch heraufgesetzt wird. Im Schnitt ergibt sich bei den Gesellschaften eine Anhebung der Beiträge um rund sieben Prozent.

Beitragsanpassung erhalten - Unbefriedigende Lösungen

Erhalten Sie als Mitglied einer privaten Krankenversicherung eine Nachricht über die Erhöhung Ihres Monatsbeitrags, steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Hierbei verlieren jedoch alle Versicherungsnehmer die bereits vor 2009 versichert waren den Anspruch auf Übernahme der gebildeten Altersrückstellungen. Wenn eine Vorerkrankung besteht ist eine Annahme bei einer anderen Gesellschaft mit einem hohen Risikozuschlag oder sogar eine Ablehnung möglich.

Einige Gesellschaften haben die Erhöhung ihrer Beiträge bereits angekündigt. Dazu gehören die Debeka, die DKV, die Central, die Signal Iduna, die Hallesche, die LKH, die ARAG und die AXA. Hinzu kommen die SDK, die Gothaer, die Barmenia und die UKV. Betrachtet man die größten Versicherer der Branche im Vergleich, dann fällt auf, dass nur die Allianz ihre Beitragserhöhung mit 0,5 Prozent in einem sehr überschaubaren Rahmen hält. Gerade bei der Central müssen sich Versicherte in den wichtigsten Tarifen EKN, KEH und Vario auf deutliche Preiserhöhungen einstellen. Die Erhöhung der Beiträge ist in der PKV im Übrigen nicht gesetzlich begrenzt, eine gesetzliche Höchstgrenze wie in der GKV gibt es folglich nicht. Eine Beschwerde beim Ombudsmann der PKV kann zwar eingereicht werden, gilt aber als aussichtslos, denn die jeweiligen Tariferhöhungen sind durch einen unabhängigen Treuhänder bereits im Vorfeld genehmigt.

Die Alternative - Der Wechsel innerhalb der Gesellschaft

Alternativ zu einem PKV-Wechsel kann auch ein Wechsel innerhalb der Gesellschaft eine Option sein. Hierbei kann von einem teuren Tarif in einen geschützten Tarif gewechselt werden. Hierbei werden alle Altersrückstellungen in den neuen Tarif übernommen. Zudem ergibt sich mindestens ein gleichwertiger, wenn nicht sogar besserer Leistungsumfang. Eine Vorerkrankung ist bei vielen Versicherungen ein KO-Kriterium. Jedoch nicht in diesem Fall, denn eine erneute Gesundheitsprüfung wie bei einem klassischen Versicherungswechsel findet nicht statt.


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