PKV - Beitragsanpassung höher als erwartet

26.11.2010 - Einem Bericht von Spiegel Online zufolge, werden fast alle großen privaten Krankenversicherer ihre Beiträge zum Jahreswechsel erneut erhöhen. Der Bericht basiert auf einer Umfrage, die das Magazin unter den 15 größten Anbietern von Vollversicherungen durchgeführt hat


PKV - Beitragsanpassung höher als erwartet

Tausenden droht Beitragsanpassung

Dabei werden die Beitragserhöhungen zwar deutlich unter denen liegen, die zum Jahreswechsel 2009/2010 fällig wurden; sie wurden von den Krankenversicherern aber mit einer Spannbreite von 0,5 bis 7 Prozent angegeben. Da es sich bei diesen Angaben um Durchschnittswerte handelt, muss in Einzelfällen mit stärkeren Beitragserhöhungen gerechnet werden.

Bei der genaueren Betrachtung der Umfrageergebnisse muss berücksichtigt werden, dass nicht alle Privatversicherer Angaben zu den geplanten Erhöhungen machten. Auffällig ist jedoch, dass gerade Assekuranzen, die bereits im Vorjahr erhebliche Beitragserhöhungen vorgenommen hatten, auch in diesem Jahr eher überdurchschnittlich stark erhöhen: So liegt die DKV mit einer Erhöhung um 8 % im Jahr 2010 und einer Erhöhung um 6,5 % im kommenden Jahr deutlich an der Spitze. Auch die Hallesche Versicherung hatte im Vorjahr bereits um 9 % erhöht und zieht zum Jahreswechsel noch einmal um 3 % an. Weitere „Spitzenreiter“ der Beitragserhöhungen sind die Süddeutsche Versicherung (8,5 % im Vorjahr, 3,7 % für 2011) und die Debeka (6 % im Vorjahr, 4 % aktuell). 

Aber auch in die umgekehrte Richtung gibt es Überraschungen: So liegt etwa die Allianz, die bereits 2010 Erhöhungen unter 3 % vornahm, auch in diesem Jahr wieder an der Spitze der „Wenigerhöher“: 0 – 0,5 % gab der Versicherer als geplante Erhöhung an.

Wer bezahlt mehr

Da es sich bei allen Werten allerdings nur um die Erhöhungsraten handelt, lassen die Daten noch keine Schlüsse darüber zu, wo die Versicherten tatsächlich die höchsten/niedrigsten Beiträge zahlen. Zudem machten drei der befragten Unternehmen keine Angaben zu durchgeführten oder geplanten Erhöhungen; fünf Versicherer machten Angaben nur zu einem Beitragszeitraum. Darüber hinaus betreffen die Erhöhungen verschiedene Gruppen von Versicherten – also etwa Angestellte oder Beamte – nicht in gleicher Weise. 

Steigende Kosten im Gesundheitswesen, Überalterung der Gesellschaft, ein Wandel in der medizinischen Versorgung – die Gründe, die für die Beitragserhöhungen angegeben werden, mögen zutreffend sein oder auch nicht. Eine kritische Prüfung der eigenen Beitragshöhe und der Versicherungsleistung lohnt sich allemal.


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