GKV: Hohe Beitragsrückstände wegen Säumniszuschlag

04.03.2013 - Laut aktuellen Angaben des Bundesgesundheitsministeriums haben sich in der gesetzlichen Krankenversicherung zum Jahresende 2012 Beitragsrückstände in Höhe von 4,5 Milliarden Euro angesammelt. Dies entspricht einem Betrag von 87 Euro pro Versichertem. Ein Grund für die Rückstände sind die erhöhten Säumniszuschläge.


GKV: Hohe Beitragsrückstände wegen Säumniszuschlag

Verschuldung wegen Säumniszuschlag

Die in den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) versicherten Menschen in Deutschland schulden ihren Kassen viel Geld: Insgesamt weist die GKV Ende 2012 Beitragsrückstände in Höhe von 4,5 Milliarden Euro auf. Bei rund 51,9 Millionen gesetzlich Versicherten entspricht dies einem Betrag von 87 Euro pro GKV-Mitglied. Ein Grund für die Rückstände ist der Säumniszuschlag, der von einem auf fünf Prozent erhöht wurde. Dies bestätigt auch Ulrike Flach, die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Laut der FDP-Politikerin sei nicht zu verkennen, dass der erhöhte Säumniszuschlag das Problem der Beitragsrückstände für die Betroffenen verschärft und in Einzelfällen zu einer Überschuldung geführt hat. Der Zuschlag wurde erhöht, um Beitragszahlungen durchzusetzen.

Selbstständige sind betroffen

Vor allem die freiwillig versicherten Selbstständigen geraten durch das hohe Ausfallrisiko ihrer eigenen Verdienste häufig mit den Beiträgen zur Krankenkasse in Zahlungsverzug. Bei dieser Personengruppe haben sich derzeit Beitragsrückstände von etwa 1,4 Milliarden Euro angesammelt. Eine Beispielrechnung auf Anfrage der Linken im Bundestag ergab, dass eine Person, welche einen monatlichen Beitrag von 300 Euro über vier Jahre hinweg schuldig geblieben ist, Schulden von 29.300 Euro bei der GKV hat. Davon sind in dieser Modellrechnung 15.760 Euro Zuschläge für die Versäumnis. Zwar entfällt der Zuschlag, wenn der Beitragsschuldner mit seiner Krankenkasse eine Ratenzahlung vereinbart hat, doch auch dann werden pro angefangenen Monat Zinsen in Höhe von 0,5 Prozent fällig.

Härtefallregelungen nicht ausreichend

Laut Flach würden die Krankenkassen bereits über ein Instrumentarium verfügen, um auf Härtefälle zu reagieren, ob diese ausreichen, sei jedoch zu prüfen. Die Bundesregierung hat sich daher entschlossen, zu untersuchen, ob an dieser Stelle gesetzlich nachgebessert werden muss. Für viele bereits jetzt überschuldete Personen dürfte nach Ansicht der Linken eine solche Hilfestellung jedoch zu spät kommen. Das Problem der nichtzahlenden Versicherten betrifft allerdings nicht nur die gesetzlichen sondern auch die privaten Krankenversicherungen. So meldeten diese, dass zu Ende 2011 rund 150.000 privat versicherte Mitglieder Beitragsrückstände von 550 Millionen Euro angehäuft hätten. Ein sogenannter Nichtzahler-Tarif ist bereits seit geraumer Zeit im Gespräch.


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