Gesundheitswesen: Gutachten offenbart Schwachstellen

24.06.2014 - Ärztemangel auf dem Land und zu viele Praxen in den Ballungsräumen - das sind nur einige Schwachstellen des deutschen Gesundheitssystems. In seinem aktuellen Gutachten weist der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) auf derzeitige Probleme hin und zeigt Lösungsansätze auf.


Unterversorgung in ländlichen Gebieten

Die Aufgabe des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) besteht darin, der Regierung regelmäßig gesundheitspolitische Vorschläge zur Verbesserung des deutschen Gesundheitssystems zu unterbreiten. Im aktuellen Gutachten, das gerade vorgestellt und an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe übergeben wurde, bemängeln die sieben Gesundheitsweisen vor allem den Ärztemangel auf dem Land und den Praxenüberschuss in den Ballungsräumen.

Finanzielle Anreize für Landärzte

"Unsere Analysen zeigen, dass die bisherigen Maßnahmen bei weitem nicht ausreichend sind, um einer sich abzeichnenden Unterversorgung in strukturschwachen, ländlichen Regionen entgegenzuwirken", erklärte der SVR-Vorsitzende Ferdinand Gerlach. Die Gutachter empfehlen daher, "deutlich stärkere Anreize für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen zu setzen und entschlossene Maßnahmen zum Abbau von Überversorgung in Ballungsgebieten zu ergreifen." Als einen Schritt schlägt der Sachverständigenrat unter anderem einen sogenannten Landarztzuschlag vor. Zudem sollen freiwerdende Sitze in Ballungsräumen durch die Kassenärztliche Vereinigung aufgekauft werden.

Fehlverteilung muss abgeschafft werden

Auch die Fehlverteilung hinsichtlich der Facharztabschlüsse bemängeln die Gesundheitsweisen: So erfolgen rund 90 Prozent aller Abschlüsse im spezialisierten Bereich, während sich nur zehn Prozent zum Allgemeinmediziner ausbilden lassen. Es müssten Schätzungen zufolge mindestens doppelt so viele Fachärzte für Allgemeinmedizin ausgebildet, als es aktuell der Fall ist. Das Gutachten des SVR beinhaltet neben den Vorschlägen für die bedarfsgerechte Versorgung in ländlichen Gebieten noch Maßnahmen für die Bereiche Medizinprodukte, Arzneimittel und Rehabilitationsleistungen.


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