Gesundheitskompetenz: Mehrheit der Deutschen hat Defizite

22.07.2014 - Die Deutschen haben deutliche Defizite bei ihrer Gesundheitskompetenz - dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Demnach haben fast 60 Prozent der Befragten Schwierigkeiten, Gesundheitsinformationen zu verstehen und zu beurteilen.


Wissen der Versicherten ist lückenhaft

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat untersucht, wie gut Versicherte in Deutschland Informationen zum Thema Gesundheit verstehen, beurteilen und umsetzen können. An der telefonischen Befragung nahmen mehr als 2.000 gesetzlich Versicherte über 18 Jahren teil. Das Ergebnis: Die Gesundheitskompetenz der Deutschen weist deutliche Defizite auf. So finden es beispielsweise mehr als ein Viertel der Versicherten schwierig, Informationen über Krankheitssymptome zu finden. 37 Prozent der Befragten können zudem nur schwer beurteilen, ob eine Zweitmeinung einzuholen ist oder nicht. Insgesamt verfügen 45 Prozent über eine problematische, 14,5 Prozent über eine unzureichende Gesundheitskompetenz. Ausreichende Kompetenzen haben 33,5 Prozent und nur 7 Prozent weisen ausgezeichnete Fähigkeiten vor.

WIdO fordert entsprechende Maßnahmen

Laut WIdO verhalten sich Menschen mit einer geringen Gesundheitskompetenz wesentlich risikoreicher, da sie Therapieanweisungen weniger strikt befolgen und seltener Präventionsangebote in Anspruch nehmen. „Gut verständliche und verlässliche Informationen sind für viele Menschen das A und O, um die richtigen Entscheidungen für ihre Gesundheit zu fällen. Dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, Unterstützungsangebote zu finden, ist ein Alarmsignal. Die Informationen müssen verständlich, nutzerorientiert und qualitätsgesichert sein und vor allem müssen sie bei den Menschen auch ankommen“, erklärt AOK-Vorstand Jürgen Graalmann. Aus diesem Grund fordert das WIdO Maßnahmen, um das Verständnis für die Gesundheitsinformationen zu verbessern. „Insbesondere in der Bildung muss Gesundheit einen festen Platz bekommen: schon in der Kita, Vorschule, allen anderen Schulzweigen und in der Erwachsenenbildung sowie der außerschulischen Jugendarbeit“, erklärt Graalmann.


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