DKV-Report: Nur 10 Prozent der Deutschen leben gesund

09.10.2012 - Laut der jüngsten Umfrage der Deutschen Krankenversicherung (DKV) leben die Deutschen ungesünder als bisher angenommen: Nur jeder Zehnte führt einen gesunden Lebensstil. Zu den Hauptgründen für gesundheitliche Probleme zählt neben Alltagsstress verbunden mit ungesunder Ernährung vor allem auch mangelnde Bewegung.


DKV-Report: Nur 10 Prozent der Deutschen leben gesund

Gesundheit: Mecklenburg-Vorpommern ist Spitzenreiter

Lediglich jeder zehnte der insgesamt 3.000 für den Gesundheitsreport der DKV Befragten führt eine gesunde Lebensweise. Dazu zählen neben einer ausgewogenen Ernährung, einer guten Stressbewältigung und wenig Alkoholkonsum auch ausreichende Bewegung und der Verzicht auf Nikotin. Am gesündesten leben der Studie zufolge die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern: 18 Prozent der Bürger hier erfüllen die oben genannten Kritierien. Am ungesündesten leben hingegen die Menschen in Baden-Württemberg.

Bewegungsmangel nimmt zu

Schwerpunkt des DKV-Reports bildeten die Themen Bewegung, Ernährung, Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie Stress. Bei diesen Punkten besteht den Experten zufolge dringender Nachholbedarf. Ausreichende Bewegung entspricht der Studie zufolge einer körperlichen Aktivität von wöchentlich insgesamt 150 Minuten oder mehr. Obwohl es dabei noch nicht einmal um sportliche Leistungen ging - so ist z.B. leichtes Fahrradfahren zur alltäglichen Streckenbewältigung bereits völlig ausreichend - sind es nur 54 Prozent der Deutschen, die dieses Ziel erreichen. Überraschend dabei: Viele Personen betätigen sich bei der Arbeit körperlich. Gerade diese Bewegungsabläufe, für die es in der Freizeit keinen Ausgleich gibt, sind jedoch besonders schlecht für die Gesundheit. Bewegten sich laut dem letzten DKV-Report im Jahr 2010 noch 60 Prozent aller Befragten ausreichend, so tun dies 2012 nur noch 54 Prozent. Die Folgen sind verheerend: Fast die Hälfte der Befragten hält sich selbst für übergewichtig.

Ältere leben gesünder

Statistisch gesehen leben Menschen mit zunehmenden Alter gesünder. Über die Hälfte der Menschen über 65 Jahre bewegen sich deutlich mehr als die Jüngeren. Und auch in den anderen Lebensbereichen liegen die Älteren deutlich vorne. Vital fühlen sich ganze 49 Prozent der über 65-Jährigen, während es bei den anderen für den Report befragten Altersgruppen nur 45 Prozent sind. Auch ein Normalgewicht trägt dabei zur gefühlten und tatsächlichen Vitalität bei.

Depressionen bei sozial Schlechtergestellten

Auffallend ist, dass psychische Ausgeglichenheit in engem Zusammenhang mit dem Einkommen der Befragten steht. Wer der Studie zufolge weniger als 1.500 Euro im Monat verdient, hat ein größeres Risiko, an Depressionen zu erkranken, als Menschen mit einem höheren Einkommen. Auch steigt der Studie zufolge im Alter die Gefahr, depressiv zu werden. Unterschiede gibt es auch bei den Schlafgewohnheiten: So schlafen Ältere deutlich weniger als Jüngere und Übergewichtige schlechter als normalgewichtige Menschen. Am bedenklichsten steht es um den Schlaf bei Personen ohne Schulabschluss. Soziale Hintergründe wirken sich demnach stärker auf die Gesundheit aus als bisher abgenommen. Personen mit mehr als 4.000 Euro Monatseinkommen gaben z.B. an, besonders gut zu schlafen. Im Durchschnitt schlafen die Deutschen sechs Stunden und 47 Minuten.


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