Diskussion um Reform der Krankenhäuser

05.01.2012 - Zur Zeit stehen im deutschen Gesundheitssystem die Krankenhäuser im Mittelpunkt der Diskussion. Während auf der einen Seite die Ärztegewerkschaft Marburger Bund eine deutliche Gehaltserhöhung von den kommunalen Krankenhäusern erzwingen will und mit Streik droht, denkt auf der anderen Seite der Chef der Barmer GEK über die Schließung von Krankenhäusern und die Abschaffung der strikten Trennung zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern nach.


Die Situation der Krankenhäuser in Deutschland

Wirtschaftlich und finanziell stehen die kommunalen Krankenhäuser in Deutschland zur Zeit schlecht dar. Während die Krankenhäuser, die sich in privater Trägerschaft befinden, in der Regel gute Zahlen vorlegen können und Gewinne einfahren, befinden sich viele der Krankenhäuser, die sich in kommunaler Trägerschaft befinden, in den roten Zahlen. 20% der kommunalen Krankenhäuser machen Verluste und sind mittel- und langfristig von der Schließung bedroht.

Der Marburger Bund droht mit Streik

In dieser schwierigen Situation müssen die kommunalen Krankenhäuser auch noch Sparauflagen, die durch die Gesundheitsreform 2011 entstanden sind, umsetzen. Von Seiten der Deutschen Krankenhausgesellschaft wurden bereits erste Forderungen laut, die harten Sparauflagen zurückzunehmen. Angesichts einer solchen schlechten wirtschaftlichen und finanziellen Situation sehen sich die kommunalen Krankenhäuser außer Stande, den Forderungen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund nachzukommen. Diese zeigt sich aber streikbereit, wenn ihre Forderung nach 6% mehr Lohn für Ärzte von den kommunalen Krankenhäusern abgelehnt wird. Eine Abstimmung über die Durchführung eines Streiks liegt derzeit im Bereich des Möglichen.

Straub fordert Strukturwandel

Eine generelle Unzufriedenheit über die Strukturen des Gesundheitssystems in Deutschland brachte derweil Christoph Straub, Chef der Barmer GEK, zum Ausdruck. Seiner Ansicht nach sind die Strukturen im Krankenhauswesen zu teuer und zu ineffizient. Straub äußerte Kritik daran, dass es in Deutschland mehr Krankenhausbetten gäbe, als eigentlich notwendig wären und dass die Aufenthaltszeit von Patienten in Krankenhäusern unnötig hoch sei. Er übte scharfe Kritik an der strikten Trennung zwischen ambulanten Behandlungen in Arztpraxen und den stationären Behandlungen in den Krankenhäusern. Es sei besser, mehr Behandlungen in den ambulanten Sektor, also die Arztpraxen, zu verlagern und die Anzahl der stationären
Behandlungen und die Dauer der Patientenaufenthalte in den Krankenhäusern zu reduzieren. Als Voraussetzung für seine Reformvorschläge benannte Straub, dass niedergelassene und Krankenhausärzte sowohl ambulante, als auch stationäre Behandlungen durchführen können. Anstelle von Krankenhäusern in ihrer heutigen Form wünscht er sich eine Symbiose des ambulanten und des stationären Sektors. Des Weiteren erteilte er Forderungen von seiten der Krankenhäuser, den Krankenkassenüberschuss zur Unterstützung der Kliniken zu verwenden, eine Absage und forderte
stattdessen eine Fortsetzung des Sparkurses durch die Krankenhäuser.


Zur News-Übersicht