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Zukunft der PKV: „Eine Abschaffung ist unrealistisch!“

Hamburg, 27.11.2012

Am Samstag ging in Köln der 4. Bundeskongress Privatmedizin unter großer Beteiligung zu Ende. Zum Leitthema: „Ein einheitlicher Versicherungsmarkt – das Ende der PKV?“ lieferten sich Gegner und Befürworter teils heftige Diskussionen. In den vergangenen Monaten kam immer wieder die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des zweigliedrigen Modells auf.


„Der Auslöser dieser Diskussion sind doch eindeutig die horrenden Beitragserhöhungen der letzten Jahre. Da zweifelt man zu Recht an einer Zukunft der PKV“, sagt Ozan Sözeri, Gründer des unabhängigen Verbraucherschutzportals WIDGE.de. Eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung hält der Verbraucherschützer trotzdem für unrealistisch: „Eine Auflösung würde von einer Flut an Arbeitslosen und enorm steigenden Sozialausgaben begleitet, die selbst die Politik nicht billigen würde.“ Für Sözeri käme dieser Schritt einer Enteignung gleich: „Es geht um das Geld, welches Versicherte jahrelang für ihre Altersrückstellungen zahlen, damit im Alter die Beiträge niedriger sind. Diese Rücklagen wären dann genau so weg, wie auch der Anspruch auf eigentlich bezahlte Mehrleistungen.“

Sözeri weiter: „Dem System der PKV fehlt es an ausreichender Transparenz und unabhängigen Kontrollinstanzen. Ich sehe da vor allem die Politik in der Pflicht. Die Bundesregierung muss staatliche Prüfmechanismen einführen, um die Konzerne dadurch zu einer seriösen Kalkulation der Tarife zu bewegen. Nur so lassen sich die Versicherten schützen und das erschütterte Vertrauen wiederherstellen.“ Ausschlaggebend für das Misstrauen seien laut Sözeri vor allem einzelne Versicherungskonzerne, die von ihren Managern auf kurzfristige Gewinnmaximierung eingeschworen würden und dann nicht mehr nachhaltig kalkulierten.

„Nur wenn auch die letzte Versicherungsgesellschaft endlich die Beitragserhöhungen für ihre Bestandskunden veröffentlicht, kann man von Transparenz im Sinne der Verbraucher sprechen“, so der Gründer von WIDGE.de.


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