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PKV-­Nichtzahlertarif – „Keine Lösung des Problems!“

Hamburg, 14.03.2013

Laut PKV-Verband gibt es mittlerweile über 150.000 Versicherte, die ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) nicht mehr zahlen können.


Jetzt schreitet die Politik ein und will mit einem speziellen Nichtzahlertarif Abhilfe schaffen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) lässt aktuell einen Gesetzentwurf erarbeiten, der noch vor der Bundestagswahl im September verabschiedet werden soll.

Die Beitragsschulden der säumigen Versicherten belaufen sich laut PKV-Verband derzeit auf über 500 Millionen Euro. Mit einem sogenannten Nichtzahlertarif soll nun den Schuldnern geholfen werden: Nach drei ausbleibenden Monatsbeiträgen sollen die Betroffenen automatisch in den Nottarif umgestellt werden. Für rund 100 Euro erhalten diese allerdings nur Basisleistungen, d.h. Behandlung bei akuten Erkrankungen und Schmerzen sowie die Grundversorgung bei Schwangerschaft. „Dieser Notfalltarif mag kurzfristig gesehen eine gute Lösung sein, aber sobald größere Therapien oder Behandlungen anstehen, sieht sich der Versicherte erneut mit einer großen finanziellen Belastung konfrontiert“, sagt Ozan Sözeri, Gründer und Geschäftsführer des unabhängigen Verbraucherschutzportals WIDGE.de.

Bisher werden Verträge von säumigen Versicherten für ein Jahr ruhend gestellt, dann erfolgt die Umstellung in den Basistarif. Die Beitragsschulden für das vergangene Jahr bleiben aber bestehen. „Weder der Basistarif noch der geplante Nichtzahlertarif sind gute Alternativen: Der eine bietet schlechte Leistungen zu überteuerten Preisen und der andere greift nur im äußersten Notfall. Es ist daher sehr wichtig, sich vor Abschluss genau zu informieren und auch die unausweichlichen Beitragserhöhungen mit einzukalkulieren“, rät Sözeri. Versicherten, die schon länger privat versichert sind und unerwartet in eine finanzielle Notlage geraten, empfiehlt Sözeri einen Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft: „Bei gleichem Leistungsniveau lassen sich so durchschnittlich 270 Euro des monatlichen Beitrags einsparen.“


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