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Bürgerversicherung – Kritiker laufen Sturm

Hamburg, 29.05.2013

Steigende Versicherungsbeiträge, mangelnde Versorgungsqualität, unsichere Finanzierungslage – das deutsche Gesundheitssystem steht vor einigen Problemen.


Mit der Einführung der Bürgerversicherung wollen SPD, Grüne und Linke soziale Gerechtigkeit und Beitragsstabilität für die Versicherten schaffen. Dass das vorgestellte Konzept jedoch erhebliche Mängel aufweist, offenbaren nun aktuelle Studien.

Die Auflösung des zweigliedrigen Versicherungssystems hätte eine massive Umverteilung der Einkommen zur Folge – dies zeigt die kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Berliner IGES Instituts. Aufgrund der größeren Steuerfinanzierung würden demnach besonders Arbeitnehmer in mittleren Einkommensbereichen spürbar mehr zahlen. „Das selbsterklärte Ziel der Opposition, die Finanzierung gerechter und sicherer zu machen, wäre damit nicht erfüllt“, erklärt Versicherungsexperte Ozan Sözeri, Geschäftsführer der WIDGE.de GmbH. „Ein Großteil der Versicherten müsste deutlich tiefer in die Tasche greifen, um das komplette System zu finanzieren.“

Auch viele Ärzte sehen einer Bürgerversicherung mit großer Skepsis entgegen. Der Grund: Mit Auflösung der privaten Krankenversicherung würden auch die höheren Honorarsätze wegfallen. Der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstelle (PVS) schätzt den jährlichen Einkommensverlust auf etwa 5,38 Milliarden Euro. Diese Summe könne laut PVS auch durch Einsparungen an anderer Stelle nicht kompensiert werden. Die einheitliche Versicherung würde somit zu hohen Verlusten bei allen niedergelassenen Ärzten führen, bei Fachärzten könnte sie sogar zu einer existenziellen Bedrohung werden. Die Umstrukturierung würde zudem Tausende Arbeitsplätze in der Versicherungsbranche kosten. Experten gehen davon aus, dass mehr als 100.000 Arbeitnehmer in der Versicherungswirtschaft davon betroffen wären.

Sözeri sieht das Konzept der Bürgerversicherung ebenfalls äußerst kritisch: „Dass etwas gegen die hohen Versicherungsbeiträge gemacht werden muss, steht außer Frage. Doch vor einem derart radikalen Systemwechsel müssen alle Aspekte der Umsetzbarkeit geklärt sein. Ein Konzept, bei dem massiver Stellenabbau in der Versicherungsbranche, große Einkommensverluste bei Ärzten und höhere Steuerbelastung der Gesamtbevölkerung drohen, kann nicht die Lösung sein.“ Sözeri fordert deshalb, das aktuelle System zu überarbeiten. So müssten die Versicherungsgesellschaften sehr viel transparenter arbeiten und beispielsweise die Beiträge für Versicherte seriöser kalkulieren. Staatliche Prüfinstanzen könnten helfen, dies umzusetzen.


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