Zu hohe Beiträge - Flucht in gesetzliche Kassen
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Neben der AOK verzeichnete auch die Barmer GEK mit rund 27 600 aufgenommenen ehemaligen privat Versicherten einen Anstieg von rund neun Prozent unter den Wechslern. Noch drastischer sind die Zahlen der Techniker Krankenkasse, zu der im vergangenen Jahr rund 68 000 privat Versicherte gewechselt seien - das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, laut dem Magazin "Der Spiegel". Dabei können die gesetzlichen Krankenkassen den meisten Wechselwilligen kein Angebot machen, denn der Gesetzgeber hat den Austritt aus der privaten Krankenversicherung deutlich erschwert und macht ihn nur in Ausnahmefällen möglich. Zur gesetzlichen Krankenversicherung wechseln dürfen nämlich zunächst nur Privatversicherte, die
arbeitslos sind und Angestellte, deren Verdienst unter der Versicherungspflichtgrenze von 45.900 € im Jahr liegt. Privat Versicherte, die das 55 Lebensjahr überschritten haben, dürfen hingegen nicht mehr in die gesetzlichen Kassen wechseln. Die strengen Regeln des Gesetzgebers sollen verhindern, dass die privat Versicherten mit zunehmendem Alter und steigenden Prämien in die gesetzlichen Kassen wechseln und dort die Solidargemeinschaft belasten. Dennoch macht so manche Kasse einen Wechsel mit Hilfe von Schlupflöchern möglich.
Ein Sprecher des Verbandes der privaten Krankenversicherung widersprach dem Spiegel-Bericht, nach dem zufolge viele Deutsche wegen zu hoher Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Auch wenn noch keine konkreten Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorlägen, seien mehr Kunden hinzugewonnen worden, als abgewandert.„Es muss noch sehr viel passieren, bis dieser Wanderungssaldo negativ für die Versicherung wird“, schlussfolgerte der PKV-Sprecher weiter. Sehr belastend für die privaten Krankenversicherungen ist zurzeit vor allem die Tatsache, dass immer mehr Versicherungsnehmer ihre Beiträge nicht bezahlen - mittlerweile beläuft sich der Schaden aufgrund von Beitragsausfällen auf etwa 554 Millionen Euro. Doch für das Problem sind die Versicherer zum größten Teil selbst verantwortlich, haben sie doch versucht Kunden mit Dumpingtarifen zu locken, die sich einen solchen Schutz eigentlich nicht leisten können.
(rw)
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