Zahl der stationären Behandlungen steigt weiter
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Der Barmer GEK Krankenhausreport 2012 zeigt auf, dass sich langjährige Trends im deutschen Gesundheitswesen auch im Jahr 2011 fortgesetzt haben. So ist erneut die Anzahl der stationären Behandlungen in den Kliniken gestiegen. Gab es im Jahr 2010 noch 186 stationäre Behandlungen je 1.000 Versicherte, so stieg dieser Wert 2011 um vier stationäre Behandlungen auf 190 Fälle. Zugleich verkürzte sich im Jahr 2011 ein weiteres Mal die Zeit, die die Patienten in der Klinik verbringen. Betrug die stationäre Verweildauer in deutschen Krankenhäusern 2010 noch 8,5 Tage, so ging sie 2011 um 0,1 Tage zurück und beträgt nun 8,4 Tage.
Der Report zeigt zudem, dass sich in den letzten Jahren auch der Grund für den Krankenhausaufenthalt geändert hat: So entfielen im Jahr 1990 auf Krankheiten des Kreislaufssystems insgesamt 380 Behandlungstage je 1.000 Versicherte, während aufgrund von psychischen Erkrankungen lediglich 175 Behandlungstage zustande kamen. Im Jahr 2011 findet man ein anderes Bild vor: Denn während auf die Krankheiten des Kreislaufssystems mittlerweile nur noch 219 Behandlungstage je 1.000 Versicherte entfielen, stieg dieser Wert bei den psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren stark an und betrug in 2011 bereits 289 Behandlungstage.
Derweil fordern der Berufsverband der Deutschen Urologen und das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG), weniger Operationen wegen Prostatakrebs durchzuführen. Allein im Jahr 2011 wurden in deutschen Krankenhäusern 31.000 Prostatektomien und zahlreiche weitere Behandlungen zur Bekämpfung von Prostatakrebs durchgeführt. Mit einer Prostatektomie gehen jedoch auch Nebenwirkungen wie Harninkontinenz und starke Blutungen einher und die Häufigkeit der Prostatektomien in deutschen Krankenhäusern ist sehr umstritten. Eva Maria Bitzer vom ISEG äußerte Kritik an den zahlreichen Operationen und erklärte, dass in vielen Fällen ein operativer Eingriff überflüssig sei. Stattdessen sollte der Patient aktiv überwacht werden. Auch der Berufsverband der Deutschen Urologen fordert weniger Operationen. Dessen Präsident Axel Schroeder ist der Meinung, dass es manchmal besser sei, nicht zu operieren und den Patienten stattdessen aktiv zu begleiten.
(lh)
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