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Umfrage: Niedergelassene Ärzte mit hoher Zufriedenheit


Umfrage: Niedergelassene Ärzte mit hoher Zufriedenheit
14.06.2012
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat in Zusammenarbeit mit dem NAV-Virchow-Bund kürzlich eine Umfrage zu Arbeitszeiten und Zufriedenheit von niedergelassenen Ärzten vorgestellt. Positive Ergebnisse zeigen sich bei Zufriedenheit, während der Bürokratieaufwand stark kritisiert wird. Die höchste Anzahl an Arbeitsstunden haben laut der Studie die Hausärzte.

Zu viele Verwaltungsaufgabe

In Zusammenarbeit mit dem NAV-Virchow-Bund hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wissen wollen, wie viele Wochenstunden niedergelassene Ärzte tatsächlich arbeiten und ob diese mit ihrem Beruf zufrieden seien. Zu diesem Zweck wurden insgesamt 11000 Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten befragt. Die Ergebnisse der Umfrage wurden am 05.06.2012 in Berlin vorgestellt. Dabei stellten sich die Ergebnisse des sogenannten Ärztemonitorings als nicht überraschend heraus.. Die deutliche Mehrheit der niedergelassenen Ärzte empfindet ihre Arbeit als „nützlich und sinnvoll“. Etwa 72 Prozent stimmten dieser Aussage „voll und ganz“ zu. Dem überwiegenden Teil der Ärzteschaft macht die Arbeit zudem Spaß und wird als befriedigend empfunden. Allerdings wurde die Behandlungszeit für Patienten als nicht ausreichend beschrieben - insgesamt 57 Prozent der niedergelassenen Ärzte beklagten, zu viel Zeit mit Verwaltungsaufgaben verschwenden zu müssen, anstatt sich adäquat um Patienten kümmern zu können. Im Durchschnitt wenden niedergelassene Ärzte etwa 15 Prozent ihrer Zeit dafür auf, bürokratische Angelegenheiten zu erledigen. Sehr viel Zeit wird beispielsweise auf das Kassieren und Verwalten der Praxisgebühr verwendet, weshalb Ärztevertreter die Abschaffung dieser fordern. Jährlich wendet jeder niedergelassene Arzt etwa 120 Stunden allein für Verwaltungsarbeiten im Zusammenhang mit der Praxisgebühr auf. Im Schnitt verbleiben Hausärzten etwa 60 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Patienten, bei Fachärzten sind dies 62 Prozent.

Hausärzte arbeiten am meisten

Die höchste Arbeitsbelastung haben Hausärzte. Im Durchschnitt arbeiten diese etwa 57,6 Stunden die Woche und betreuen 53 Patienten pro Tag. Fachärzte hingegen haben eine Wochenarbeitszeit von 55,3 Stunden und behandeln täglich 41 Patienten. Die geringsten Arbeitszeiten haben dagegen Psychotherapeuten: Diese können sich mit durchschnittlich 7 Patienten täglich intensiv kümmern und kommen auf eine wöchentliche Stundenzahl von etwa 42,4 Stunden. Daher ist wohl auch nicht verwunderlich, dass diese Gruppe innerhalb der Ärzteschaft mit die höchste Zufriedenheit zeigt.

Skepsis bei GKV-Verband

Im Großen und Ganzen sind niedergelassene Ärzte mit ihrem Beruf sehr zufrieden. Die überwiegende Mehrheit würde diesen Beruf wieder ergreifen. Kritisiert wurden jedoch nicht nur die anfallenden Aufgaben in der Verwaltung, sondern auch die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der GKV-Spitzenverband betrachtet die Ergebnisse der Studie hingegen mit Skepsis. Gemäß einer eigenen Studie aus dem Jahre 2009 hätten niedergelassene Haus- und Fachärzte lediglich 28,5 Stunden die Woche Sprechstunde. Selbst mit den von vielen Hausärzten angebotenen Hausbesuchen würden diese lediglich auf eine Wochenarbeitszeit von 36 Stunden kommen. Dementsprechend weist Florian Lanz, Sprecher des Verbandes, darauf hin, dass es noch genügend Spielraum für vermehrte Sprechzeiten gäbe.

(sw)



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