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Studie: Psychische Erkrankungen nehmen drastisch zu


Studie: Psychische Erkrankungen nehmen drastisch zu
10.08.2012
Psychische Erkrankungen sind ein immer häufigerer Grund für Krankschreibungen - das geht aus aktuellen Zahlen einer Studie der DAK Gesundheit hervor. Diese zeigt, dass im ersten Halbjahr 2012 vor allem Depressionen und Panikattacken zu Fehltagen der Arbeitnehmer führten.

Psychische Erkrankungen auf Platz 3

Die DAK Gesundheit, die zu den größten, gesetzlichen Krankenkassen gehört, ermittelt in einer aktuellen Studie, dass psychische Erkrankungen bei den Krankschreibungen eine immer größer werdende Rolle spielen. Im ersten Halbjahr 2012 liegt der Krankenstand unter den Beschäftigten bei etwa 3,6 Prozent. Dies sind im Durchschnitt etwa 6,5 Tage pro Mitarbeiter. Somit melden sich die Arbeitnehmer in Deutschland genauso häufig krank, wie noch im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es eine deutliche Veränderung, die alarmierend ist, denn zu den häufigsten Gründen gehören mittlerweile psychische Erkrankungen, die aus den Belastungen am Arbeitsplatz resultieren. Noch vor etwa 15 Jahren nahmen die psychischen Erkrankungen den sechsten Platz in der Statistik ein, nun sind sie erstmals auf den dritten Platz vorgerückt. Damit hat sich die Zahl im Laufe der letzten Jahre verdoppelt.

DAK fordert präventive Maßnahmen

Die Zahlen machen deutlich, dass Handlungsbedarf bei der Arbeitsorganisation und der Prävention bestehe, so DAK-Chef Herbert Rebscher. Es sei an der Zeit, umgehend über präventive Maßnahmen am Arbeitsplatz nachzudenken. Nur eine schnellstmögliche Umsetzung solcher Maßnahmen könnte die Zahl der psychischen Erkrankungen stoppen. Die ersten beiden Plätze in der Statistik werden bisher noch von Atemwegserkrankungen sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen eingenommen.

Ost-West-Gefälle bei Krankenstand

Weiterhin stellt die Studie der DAK Gesundheit ein Ost-West-Gefälle bei der Anzahl der Krankschreibungen fest: Die Arbeitnehmer in den alten Bundesländern legen seltener eine Krankschreibung beim Arbeitgeber vor, als es in den neuen Bundesländern der Fall ist. In Ostdeutschland liegt der Krankenstand bei etwa 4,5 Prozent, während es in Westdeutschland ausschließlich 3,4 Prozent sind, die aufgrund einer Krankheit der Arbeit fern bleiben. Trotz dieser aktuellen Zahlen ist es momentan kaum möglich, schon jetzt eine Prognose zum Krankenstand für das gesamte Jahr abzugeben, erklärt Rebscher.

(sw)



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