Prognose: USA und Deutschland drohen Alzheimer-Epidemien

14.02.2013 - Epidemische Ausmaße: Studien zufolge soll sich die Zahl der Alzheimererkrankungen in Deutschland bis zum Jahr 2050 verdoppeln. In den USA wird sogar mit einer Verdreifachung gerechnet. Alzheimer ist nach wie vor unheilbar. Experten fordern daher eine verstärkte Forschung nach den Ursachen der Krankheit sowie neue Ansätze für die Therapie und Pflege der Betroffenen.


Prognose: USA und Deutschland drohen Alzheimer-Epidemien

Zahl der Demenzkranken verdoppelt sich

Die Zahl der Menschen, die an Alzheimer erkranken, wird sich Studien zufolge bis zum Jahr 2050 verdoppeln. In den USA wird sogar von einer Verdreifachung der Demenzkranken im selben Zeitraum ausgegangen: Waren 2010 noch rund fünf Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt, so sollen knapp vierzig Jahre später bereits circa 14 Millionen von der neurodegenerativen Erkrankung betroffen sein. Derzeit leben in Deutschland nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) rund 1,4 Millionen Menschen mit Demenz. 2050 werden es etwa drei Millionen Kranke sein - rund zwei Drittel von ihnen werden spezifisch an Alzheimer leiden. Experten machen den demograpischen Wandel für diese Entwicklung verantwortlich. Mit der Zahl der älteren Menschen steige automatisch die Zahl der Menschen, die an Demenz erkranken - sofern kein Durchbruch in der Therapie erfolgt. Es bestehe daher, so die Experten, dringender Handlungsbedarf.

Teure Pflege

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und nach wie vor nicht therapiebar. Mit dem Fortschreiten der Krankheit nehmen die typischen Symptome der Krankheit - räumliche und zeitliche Desorientierung, Gedächtnisverlust und allgemeine Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten - erheblich zu. Nach und nach verändert sich die Persönlichkeit des Betroffenen erheblich. Im Endstadium der Krankheit ist der Alzheimerpatient schließlich vollständig auf fremde Hilfe durch Pfleger und Angehörige angewiesen. Nach Angaben der Barmer GEK benötigt ein Demenzkranker pro Monat im Schnitt gut 500 Euro mehr von den Pflegekassen und 300 Euro mehr von den Krankenkassen als ein durchschnittlicher Versicherter. Die WHO beziffert die Kosten für die Pflege von Alzheimerpatienten auf weltweit 460 Milliarden Euro pro Jahr.

Ursachen unbekannt

Nach wie vor sind die Ursachen dieser Form der Demenzerkrankung unbekannt. Die derzeit erhältlichen Medikamente können den Verlauf der Krankheit lediglich verzögern und bestimmte Symptome mindern - Heilung bringen sie jedoch nicht. Es bedürfe daher, so die Initiatoren der Studie, deutlich mehr Forschung, neuer Behandlungsansätze und mehr Prävention, um ein epidemisches Ausmass der Alzheimererkrankungen in Zukunft zu verhindern.


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