Prognose: Dreimal mehr Demenzkranke bis 2050 erwartet

25.09.2013 - Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der an Demenz erkrankten Personen weltweit mehr als verdreifachen - das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Welt-Alzheimer-Bericht 2013 hervor. Während derzeit rund 35 Millionen Menschen betroffen sind, werden es in 2050 rund 115 Millionen sein. Die Anzahl pflegebedürftiger Personen wird laut Bericht auf 277 Millionen steigen.


Prognose: Dreimal mehr Demenzkranke bis 2050 erwartet

Zahl der Demenzerkrankungen steigt

Laut dem aktuellen Welt-Alzheimer-Bericht 2013, der kürzlich von der Organisation Alzheimer's Disease International (ADI) veröffentlicht wurde, wird sich die Zahl Demenzkranker bis 2050 weltweit mehr als verdreifachen. Derzeit gibt es etwa 35 Millionen Betroffene, davon leben ca. 1,4 Millionen in Deutschland. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft geht ebenfalls von einer derart schnellen Zunahme der Erkrankungen aus: So sollen es 2050 bereits drei Millionen Betroffene in Deutschland geben - jeder Dritte wird älter als 90 Jahre sein.

Mehr pflegebedürftige Menschen

Die Organisation ADI, die jährlich den Welt-Alzheimer-Bericht vorstellt, repräsentiert 79 nationale Verbände und Gesellschaften. Der Schwerpunkt des diesjährigen Berichts liegt auf der Pflegebedürftigkeit: So gehen die Autoren davon aus, dass die Zahl der pflegebedürftigen Personen im Jahr 2050 auf 277 Millionen ansteigen wird. Derzeit liegt die Zahl der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, bei 101 Millionen. Die Wissenschaftler nehmen darüber hinaus an, dass auch in Zukunft über die Hälfte der Pflegebedürftigen eine Demenz entwickeln wird. Dies könnte bis zu 80 Prozent der Bewohner von Pflege- und Altenheimen betreffen.

Langfristige Strategien gefordert

Angesichts dieser Prognosen mahnt die Organisation, dass es bislang noch keine Langzeitstrategie und entsprechende Finanzpolster gebe. Dabei belaufen sich die Gesamtkosten für Pflege und Behandlungen von Demenzkranken weltweit derzeit bereits auf 600 Milliarden US-Dollar, was ca. 448 Milliarden Euro entspricht. Zudem müssten Angehörige besser unterstützt und professionelle Pflegekräfte besser bezahlt werden. Dies fordert auch Hans-Jürgen Freter, Sprecher der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Laut Freter würden außerdem mehr ambulante Dienste und Heime oder andere Betreuungsformen benötigt und die Öffentlichkeit müsste vermehrt auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.


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