PKV - Unzufriedene Kunden in der privaten Krankenversicherung
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Immerhin äußerte jedes dritte Mitglied einer privaten Krankenkasse Zweifel daran, sich bei der PKV in guten Händen zu befinden. Jeder zehnte Befragte gab sogar an, sich für ein Unternehmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu entscheiden, wenn er die entsprechende Wahl hätte. Die Infratest Umfrage war von der Barmer Ersatzkasse (BEK) in Auftrag gegeben worden, einer der großen gesetzlichen Kassen. Diese dürfte erfreut zur Kenntnis genommen haben, dass sich weitere zehn Prozent der Befragten nur eventuell vorstellen könnten, noch einmal in die PKV zu wechseln.
Zu den Gründen für ihre Unzufriedenheit mit den Leistungen der PKV befragt, führten die Versicherten hauptsächlich zwei für sie ausschlaggebende Kriterien an. So wird es Sie wahrscheinlich nicht sonderlich überraschen, dass sich weit oben auf der Beschwerdeliste die zum Teil massiven Erhöhungen der Beiträge finden. Bei einem diesbezüglichen Vergleich für den Zeitraum 1997 und 2008 schnitt die GKV besser ab. Während hier die Beiträge um durchschnittlich ein knappes Drittel stiegen, waren es bei der PKV weit über 50 Prozent. Ein weiteres Ärgernis lag für die Privatversicherten im Kostenerstattungsmodell der privaten Kassen. Hier wurde vor allem der Umstand kritisiert, dass die Patienten bei Arzt- und Apothekenbesuchen Vorkasse leisten müssen. Als negativ wurde in diesem Zusammenhang auch der mit der Beitragsrückerstattung verbundene hohe Aufwand gewertet.
So bleibt nach diesem ernüchternden Ergebnis nur festzuhalten, dass wohl jedes der beiden Kassensysteme seine Stärken und Schwächen hat. Letztlich wird es von Ihrer persönlichen Situation abhängen, welche Variante sich dann für Sie als günstiger erweist. Ein Wechsel zur PKV will daher von im Vorfeld gut überlegt sein, denn eine Rückkehr zur GKV ist, wenn überhaupt, nur unter sehr schweren Bedingungen möglich.
Das Verbraucherportal WIDGE.de berät privat Krankenversicherte darüber wie finanzielle Entlastung geschaffen werden kann ohne dabei auf die komfortablen medizinischen Leistungen verzichten zu müssen. Denn es gibt einen Ausweg aus dem Tarifjungel und überhöhten Beiträgen der PKV. Laut dem §204 VVG hat jeder Versicherte das Recht innerhalb seiner Gesellschaft in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Dabei bleiben alle Altersrückstellungen vollständig erhalten und werden in den neuen Tarif einkalkuliert. Ein Wechsel innerhalb der Gesellschaft ist jederzeit möglich, Wartezeiten gibt es nicht und ist trotz Vorerkrankung möglich.
(ke)
PKV will Alterungsrückstellungen flexibler einsetzen
Privatversicherte wechseln oft nicht freiwillig in die GKV
WIDGE.de GmbH verzeichnet erfolgreiches 2011