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PKV: Toleranz für Beitragserhöhungen sinkt weiter


PKV: Toleranz für Beitragserhöhungen sinkt weiter
31.07.2012
Obwohl die Mehrheit der Privatversicherten immer noch einen großen Vorteil in ihrer PKV-Mitgliedschaft sieht und nicht in die gesetzliche Krankenkasse will, steigt die Unzufriedenheit. Immer weniger von ihnen haben Verständnis für die ständigen Prämienerhöhungen.

Unzufriedenheit wächst weiter

Die vom Beratungsunternehmen MSR Consulting durchgeführte Umfrage "Kubus PKV" hat Ergebnisse hervorgebracht, die für die PKV besorgniserregend sind. Zwar sehen 74 Prozent der befragten Privatversicherten in ihrer PKV-Mitgliedschaft weiterhin einen großen oder sehr großen Vorteil und gerade einmal 14 Prozent der Befragten können sich einen Wechsel zu einer gesetzlichen Krankenkasse vorstellen, doch andere Ergebnisse sind weniger schmeichelhaft ausgefallen. So nimmt Jahr für Jahr das Verständnis der PKV-Mitglieder mit Vollversicherung für die Notwendigkeit der Prämienerhöhungen ab. Brachten im Jahr 2010 noch 73 Prozent der befragten Versicherten Verständnis für die Prämienerhöhung durch ihre PKV auf, so sank dieser Wert in den Folgejahren sukzessiv auf 65 Prozent in 2011 bzw. 61 Prozent in 2012 ab.

Gründe für zunehmende Unzufriedenheit

Die zunehmende Unzufriedenheit der Privatversicherten über die ständigen Prämienerhöhungen schlagen sich auch in einer wachsenden allgemeinen Unzufriedenheit mit der jeweiligen PKV nieder. So ist beispielsweise unter vollversicherten PKV-Mitgliedern die Unzufriedenheit mit der Abwicklung von Leistungsfällen durch die eigene PKV ebenfalls größer geworden. Torben Tietz, Partner bei MSR Consulting, sagte, dass die Prämienerhöhungen akzeptiert wurden, solange bei den gesetzlichen Krankenkassen finanzielle Probleme vorherrschten und diese Zusatzbeiträge erheben mussten. Doch nun stehen die gesetzlichen Krankenkassen finanziell gut bis sehr gut da und konnten die Zusatzbeiträge wieder abschaffen. Und genau das macht es für die privat Versicherten immer schwieriger, die Prämienerhöhungen bei der eigenen PKV zu akzeptieren.

Mitglieder besser betreuen

Es stellt sich die Frage, wie es den PKV gelingen kann, die Unzufriedenheit in der eigenen Mitgliedschaft wieder einzudämmen. Tietz rät dazu, sich intensiver als bisher mit den eigenen Mitgliedern zu beschäftigen und die Betreuung von diesen zu verbessern. Zudem müssten die PKV Mitgliedern, die sie von gesetzlichen Krankenkassen gewonnen haben, schon im Vorhinein klar machen, was in der PKV auf sie zukommt. Wenn dies von den PKV gemacht würde, könnte der Ärger der Mitglieder über die Erhöhung der Prämien abgemildert werden und würde daher auch nicht auf die Gesamtbewertung negativ abfärben.

(sw)



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