Nur wenige Männer nehmen Krebsvorsorgeangebote der GKV an
Nur wenige Männer nehmen Krebsvorsorgeangebote der GKV an
Foto: Yuri_Arcurs istock
05.07.2011
Obwohl immer mehr Menschen an Krebs sterben, wird die von der GKV gebotene Vorsorge von den gesetzlich Versicherten offensichtlich nur unzureichend wahrgenommen – das ist das überraschende und erschreckende Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkassen. Es wurden über 1.000 Personen im Alter von 20 bis 70 Jahren befragt.
Umfangreiche Vorsorgeuntersuchungen – Auch für gesetzlich Versicherte
Für Männer über 45 Jahren sehen die gesetzlichen Krankenkassen eine Krebsvorsorgeuntersuchung pro Jahr vor, doch im Jahr 2010 nahmen nur gut 25 Prozent der männlichen Versicherten in diesem Alter das Angebot in Anspruch. Bei den Frauen sieht es etwas anders aus, immerhin rund 60 Prozent der gesetzlich Versicherten unterziehen sich einer regelmäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung. Diese jährliche Untersuchung steht Frauen bereits ab ihrem 20. Lebensjahr zu.
Die Gründe
Über 60 Prozent der männlichen Befragten gaben an, nur dann ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn diese aufgrund krankheitsbedingt und unbedingt erforderlich ist. 40 Prozent der Befragten halten die Untersuchung für unangenehm und über 30 Prozent möchten sich nicht mit schwerwiegenden Erkrankungen beschäftigen, solange diese nicht eingetreten sind. Die Angst vor falschen Untersuchungsergebnissen wurde nicht als Begründung für versäumte Vorsorge angegeben. Verfechter der Krebs-Vorsorge betonen, dass die Krankheit in vielen Fällen bei rechtzeitiger Erkennung oft geheilt werden könne. Dennoch scheuen insbesondere männliche Patienten offensichtlich die Konfrontation mit lebensbedrohlichen Krankheiten.
Die Krebs-Vorsorge – Sie kann immer wieder Leben retten
Bei männlichen Versicherten sollte im Rahmen der Vorsorge regelmäßig die Haut und der äußere Genitalbereich untersucht werden, vor allem die Prostata. Prostatakrebs ist mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Männern und fordert rund 12.000 Todesopfern pro Jahr. Und das, obwohl die Heilungschancen sehr hoch sind, wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird, gibt die TK zu bedenken. Auf Basis der Umfrageergebnisse sieht die Krankenkasse einen hohen Handlungsbedarf, um den Anteil der Versicherten weiter zu erhöhen, der an der Vorsorge teilnimmt.
(rw)