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Krankenkassen rechnen mit sinkenden Arzneimittelkosten


Krankenkassen rechnen mit sinkenden Arzneimittelkosten
13.09.2011
Die gesetzlichen Krankenkassen prognostizieren, dass die Ausgaben für Arzneimittel in diesem Jahr deutlich geringer sein werden als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr hat sich die 2010 verabschiedete Arzneimittelreform bereits durch einen Kostenrückgang um mehr als sechs Prozent ausgewirkt.

Einsparungen bei innovativen Medikamenten

Insbesondere Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen hatten die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Medikamente in den letzten Jahren stark ansteigen lassen. Um diese für Kassen, Versicherte und Arbeitgeber ungünstige Entwicklung zu stoppen, wurde im letzten Jahr das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) von der schwarz-gelben Regierungskoalition beschlossen. Es sieht vor, dass die Preise für neue Medikamente zwischen der Pharmaindustrie und den Krankenkassen ausgehandelt werden müssen. Dabei haben die Arzneimittelhersteller für innovative Arzneien den Beweis zu führen, dass das neue Medikament gegenüber vorhandenen auch tatsächlich einen Mehrwert besitzt. Der stellvertretende Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Johann-Magnus von Stackelberg, betont nun, dass mit weiteren Einsparungen im Jahre 2012 zu rechnen sei. Die von Vertretern der Arzneimittelhersteller vorgetragene Forderung, den gesetzlich festgelegten Rabatt von 16 Prozent auf Arzneimittel demnächst abzusenken, wurde durch von  Stackelberg abgelehnt. Er hält es vielmehr für angebracht, diesen Rabatt auf den derzeitigen 16 Prozent längerfristig einzufrieren.
 

Arzneiverordnungs-Report 2011

Am kommenden Mittwoch wird die Öffentlichkeit wissen, wie stark sich die Arzneimittelreform tatsächlich in Form von Kostensenkungen ausgewirkt hat. Dann wird nämlich der Arzneiverordnungsreport 2011 in Berlin vorgestellt. Es ist zu erwarten, dass dieser Bericht deutlich bessere Nachrichten enthalten wird als im Vorjahr. Damals wurde bekannt, dass die Ausgaben der gesetzlichen Krankenasse um 1,3 Prozent auf die Summe von insgesamt 32 Milliarden Euro angestiegen waren. Besonders kritisiert wurde dabei von den unabhängigen Experten, die den Arzneiverordnungs-Report 2010 erstellt hatten, dass in Deutschland sowohl für Medikamente mit Patentschutz als auch für Generika deutlich mehr berechnet wird als in benachbarten europäischen Ländern. Die Preisunterschiede betrugen dabei zwischen 30 Prozent bis hin zu einem Vielfachen des günstigeren Preises im Ausland. Nun wird mit großer Spannung erwartet, ob die Fachleute in diesem Jahr zu einem günstigeren Urteil kommen - dies könnte die Regierungskoalition als Erfolg ihrer Gesundheitsreform verbuchen.
 

(fs)



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