Kostenloser WIDGE-Check
  • Einsparung bis 40%
  • Keine Kündigung notwendig
  • Gleicher Leistungsumfang
  • Kostenloses Angebot erstellen lassen
Infos anfordern!

Krankenkassen fordern Nachbesserung bei Krebsvorsorgeentwurf


Krankenkassen fordern Nachbesserung bei Krebsvorsorgeentwurf
27.07.2012
Der Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministerium zur Krebsvorsorge stößt bei den gesetzlichen Krankenkassen und der Ärzteschaft auf Skepsis. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will ein bundeseinheitliches Krebsregisters vorantreiben, nach dem Versicherte auch zur Darmkrebs- und Gebärmutterhalskrebsvorsorge gezielt eingeladen werden.

Krebs ist zweithäufigste Todesursache

Die entscheidende Erneuerung in der Krebsdiagnostik wäre, dass die Prävention nicht mehr allein von starren Altersgrenzen abhinge. Zukünftig könnte damit gefährdeten Personengruppen unabhängig vom Alter frühzeitig geholfen werden. Die Organisation und die Durchführung zu den einheitlich geführten Krebsregistern liegen bei den gesetzlichen Krankenkassen wie auch bei den privaten Krankenversicherungen. Auf sie würden zusätzliche Kosten zukommen. Bei ihrer Anhörung zum gegenwärtigen Gesetzentwurf stellten die Kassen und Ärzte nicht den Nutzen einer einheitlichen Registerführung in Frage. Nach ihrer Meinung geht das Ministerium aber im Entwurf zur Umsetzung der Einheitlichkeit, der Organisation, der Kostenverteilung nicht weit genug und blieb somit hinter den Erwartungen zurück.

Zu viele Unklarheiten

Im Einzelnen kritisieren sie die noch latente Uneinheitlichkeit von gegenwärtig 50 Krebsregistern. Der Gesetzentwurf blieb dahingehend eine Lösung schuldig. Mit diesem „Flickenteppich“, wie der AOK-Vorstand Uwe Deh die Vielzahl bestehender Krebsregister bezeichnete, würden aussagefähige, übergreifende und transparente Daten erschwert werden bis unmöglich gemacht. Nur mit der vollständigen, flächendeckenden Datenerfassung, die deutschlandweit nach einheitlichen Kriterien erfolgen müsse, wäre das Fernziel der organisatorisch zu meisternden Krebsfrüherkennung überhaupt zustande zu bringen. Die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, lehnte darüber hinaus eine Pauschalförderung der Krebsregister durch die Kassen ab. „Leider stehen bei den geplanten klinischen Krebsregistern Verantwortung, Finanzierung und Nutzen in keinem angemessenen Verhältnis", sagte sie der Zeitung "Welt". Ihre Sorge galt der Kostenabwälzung auf die Beitragszahler. Diese müssten das Vorsorgeprogramm und die damit verbundenen Forschungsprojekte und Verwaltungsstrukturen pauschal finanzieren, obwohl der Nutzerkreis sehr viel breiter sei. Indessen sind sich Experten und Fachleute über den grundlegenden Nutzen einer Reform der staatlich initiierten Krebsvorsorge jedoch einig.

(sw)



Weitere Artikel

« Rösler plant Anhebung des Arzneimittelzuschlags
Zahl der stationären Behandlungen steigt weiter »

Stichwort GKV

Statistik: Ostdeutsche häufiger krankgeschrieben
Statistik: Ostdeutsche häufiger krankgeschrieben

Arbeitnehmer im Osten häufiger krank

Kassen kritisieren fehlerhafte Klinikrechnungen
Kassen kritisieren fehlerhafte Klinikrechnungen

Krankenhausrechnungen: Jede zweite ist fehlerhaft

Stichwort Gesundheitssystem

Bürgerversicherung würde mittlere bis hohe Einkommen belasten
Bürgerversicherung würde mittlere bis hohe Einkommen belasten

Studie: Bürgerversicherung belastet mittlere bis hohe Einkommen

Behandlungsfehler: Jeder dritte Verdacht bestätigt
Behandlungsfehler: Jeder dritte Verdacht bestätigt

Jeder dritte Verdacht auf Behandlungsfehler bestätigt