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Insolvenz: Deutsche Krankenhäuser gefährdet


Insolvenz: Deutsche Krankenhäuser gefährdet
20.06.2012
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Kliniken hat sich seit 2010 deutlich verschlechtert - dies geht aus dem aktuellen Krankenhausreport hervor, der kürzlich veröffentlicht wurde. Personalabbau und Schließungen drohen. Wie man der Tendenz entgegenwirken soll, ist bislang noch unklar.

Insolvenzgefahr für viele Kliniken

Viele deutsche Kliniken sind von einer Insolvenz bedroht. Somit haben sich die negativen Prognosen der Wirtschaftsforscher, die diese Entwicklung schon in den vergangenen Jahren vorausgesagt haben, erfüllt. Während sich im Jahr 2010 noch zehn Prozent der deutschen Kliniken in erhöhter Insolvenzgefahr befanden, schrieben im Jahr 2011 bereits 15 Prozent der Einrichtungen rote Zahlen. Beim Hauptstadtkongress "Medizin und Gesundheit" in Berlin wurde am vergangenen Donnerstag ein düsteres Zukunftsbild deutscher Kliniken gezeichnet. Man schätzt sogar, dass bis zum Jahre 2020 acht Prozent der Krankenhäuser geschlossen werden müssen. Dabei ist die Zahl der Krankenhäuser bereits in den vergangenen Jahren stark gesunken. Während es 1991 noch 2.411 Einrichtungen gab, waren es 2010 nur noch 2.064. Die Zahl der Betten verringerte sich um ungefähr 160.000 - gleichzeitig stieg die Anzahl der Patienten von knapp 15 auf 18 Millionen. Im Zuge der Überalterung könnte sich dieses Ungleichgewicht noch weiter ausdehnen.

Hohe Kosten - niedrige Gewinne

Die Gründe für die schlechte wirtschaftliche Lage der Kliniken sind nicht neu. Seit Jahren sinken die öffentlichen Zuschüsse, während gleichzeitig die laufenden Kosten und Ausgaben stetig steigen. Besonders die hohen Energie- und Personalkosten machen vielen Kliniken zu schaffen. So können die Erlöse die anfallenden Kosten nicht mehr abdecken. In den Bilanzen der betroffenen Einrichtungen ergibt dies durchschnittlich ein Minus von einem Prozent. Dadurch liegen neue Investitionstätigkeiten brach, doch gerade diese werden im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit benötigt. Veraltete Einrichtungen können dementsprechend im Kampf um die Patienten nicht mehr punkten. Die öffentlich-rechtlichen Kliniken stehen weiterhin schlechter da als private oder kirchliche Einrichtungen. Wie diesem Trend zu begegnen ist, weiß niemand so genau. Die knappen öffentlichen Mittel könnten auf wirtschaftlich erfolgreiche Häuser verteilt werden. Den übrigen Einrichtungen würde dann die Schließung drohen. Durch die wachsende Zahl der Patienten könnte es jedoch zu Versorgungsengpässen kommen. Auch die Politiker sind hier zögerlich. Mit Schließungen von Kliniken und dem damit einhergehenden Personalabbau würden sie sich massiver öffentlicher Kritik aussetzen.

(lh)



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