Handlungsbedarf bei privaten Krankenversicherungen
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Lange Zeit war die CDU/CSU standhafter Verfechter des dualen Systems, in dem gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherungen nebeneinander existierten. Doch inzwischen wendet sich das Blatt: Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sieht das Ende des getrennten Versicherungsmarktes bereits nahen – schon 2020 soll es so weit sein, dass es einen einheitlichen Krankenversicherungsmarkt gibt. Daniel Bahr, FDP-Mitglied und gegenwärtiger Gesundheitsminister, spricht sich dagegen für Vielfalt im Gesundheitswesen aus und gehört damit zu den wenigen verbliebenen Befürwortern des gegenwärtigen System. Doch auch Bahr sieht die Notwendigkeit von Veränderungen: „Es kann in der privaten Krankenversicherung nicht alles so bleiben, wie es ist.“ Die Notwendigkeit von Veränderungen sieht auch der Gesundheitsökonom Dr. Thomas Drabinski – doch in seinen Augen reicht es nicht, die private Krankenversicherung alleine zu modernisieren. Er sieht die Zeit für einen großen Wurf gekommen. Die Probleme beider Systeme, der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung, müssten behoben und deren Vorteile zusammengeführt werden. Was auch immer letztlich kommen mag – Änderungen erscheinen derzeit unausweichlich.
Dabei haben die letzten gesetzlichen Änderungen dazu beigetragen, dass so mancher Versicherungskonzern ohnehin nicht mehr besonders am Geschäft mit der Gesundheit hängt: Der Aufwand ist durch die politische Regulierung angestiegen, doch der Ertrag rechtfertigt diesen Aufwand oftmals nicht. Gerade heute, wo die Versicherer säumige Beitragszahler nicht einfach kündigen können, deren Zahl drastisch angestiegen ist, gilt die Krankenversicherung in Deutschland als ein ertragsschwaches Modell. Doch eine Abschaffung der privaten Vollversicherung hätte weitreichende Konsequenzen, da die Versicherer ihren Vertrieb umstrukturieren und die Kosten erheblich senken müssten.
Käme es tatsächlich dazu, dass die Gesellschaften keine neuen Vollkostentarife mehr abschließen könnten, dann hätte das bei einigen Versicherern auch dramatische Folgen für die Bestandsverträge: Wie die Debeka berechnet hat, würden sich die Versicherungsbeiträge kaum ändern, wenn es keine Neuabschlüsse mehr gäbe – doch das gilt nur für Gesellschaften mit bislang kontinuierlichem Wachstum, ohne Billigtarife und ohne übermäßig viele säumige Beitragszahler im Bestand. Versicherern mit Billigtarifen und vielen Nichtzahlern sagt Debeka-Chef Uwe Laue dagegen Probleme voraus.
(ck)
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