GKV und PKV arbeiten Hand in Hand
GKV und PKV arbeiten Hand in Hand
Foto: gehringj istock
22.11.2011
Krankenzusatzversicherungen sind so gefragt wie nie zuvor: Allein im ersten Halbjahr 2011 konnten sich die privaten Krankenversicherer über mehr als 800.000 neu abgeschlossene Verträge freuen. Insgesamt steigt der Bestand an Ergänzungsverträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung damit erstmals auf rund 13 Millionen. Ein Hauptgrund für das starke Wachstum der Zusatztarife ist die immer enger werdende Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen.
Besonders gefragt: Zahntarife
Vor allem Ergänzungstarife im zahnmedizinischen Bereich sind bei den Kassenmitgliedern gefragt, so lautet das Ergebnis einer von Steria Mummert Consulting durchgeführten Marktbeobachtung. Ein starker Wachstumsmotor für die aktuelle Entwicklung ist die immer stärkere Verzahnung gesetzlicher Krankenkassen mit privaten Krankenversicherern. Von den gesetzlichen Krankenkassen selbst angebotene Zusatzpolicen sind auf dem Markt zwar ebenfalls vertreten, doch sie bilden eher die Ausnahme. Die meisten Kassen hingegen bevorzugen es, die Zusammenarbeit mit den privaten Anbietern zu intensivieren und auszubauen.
PKV und GKV haben beide Nutzen von Kooperationen erkannt
Herbert Oberländer von der Steria Mummert Consulting führt das Ergebnis auf die Erkenntnis beider Seiten zurück, dass gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherer sich gegenseitig brauchen, um in Zeiten steigender Kosten und des demografischen Wandels bestehen zu können. Die privaten Versicherer etwa profitierten aus der Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Kassen nicht nur beim Absatz ihrer Zusatzpolicen. Auch bei Vertragsverhandlungen mit medizinischen Dienstleistern könnten PKV-Unternehmen dank der Kooperation künftig bessere Ergebnisse bringen. Im Gegenzug helfen die langjährigen Vertriebserfahrungen der privaten Anbieter den gesetzlichen Kassen dabei, erfolgreicher als bisher neue Mitglieder zu gewinnen.
Zusammenarbeit von PKV und GKV ändert sich
Allerdings ändert sich Herbert Oberländer zufolge derzeit die Form der Zusammenarbeit. Auch wenn die Absatzzahlen der Krankenzusatzversicherungen derzeit Rekordwerte erreichen, auf lange Sicht wird der Vertrieb nicht mehr die alleinige Hauptrolle spielen. Künftig sollen vor allem Kosten- und Leistungsmanagement mehr in den Fokus rücken und die Angebote der kooperierenden gesetzlichen und privaten Anbieter besser aufeinander abgestimmt werden. Dies hat zur Folge, dass bei neuen Kooperationen wesentlich mehr als in der Vergangenheit darauf geachtet wird, dass die Kooperationspartner zueinander passende strategische Ausrichtungen haben. Oberländer beobachtet in diesem Bereich, dass im Gegensatz zu früher genau auf die Kompatibilität der künftigen Partner geachtet wird. Und auch eine Trennung wird heute bei fehlendem Erfolg wesentlich schneller herbeigeführt, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war.
(fs)