Gesundheitssystem in der Bürokratiefalle
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Für die Studie wurden von der Unternehmensberatung nicht nur die direkt von den Krankenkassen angegebenen Verwaltungskosten berücksichtigt. Um einen umfassenden Überblick zu erhalten, gehörten 6000 Ärzte, Apotheker und Zulieferer wie Sanitätshäuser zu den befragten Zielgruppen. Es wurden Zeitaufwand und Kosten für die von den gesetzlichen Krankenkassen vorgegebene Abrechnungsvorschriften ebenso berücksichtigt, wie die Abwicklung der Praxisgebühr und Antragsverfahren. Werden diese zusätzlichen Kosten zu den von den gesetzlichen Krankenkassen angegebenen Kosten in Höhe von 9,5 Milliarden Euro hinzuaddiert, erhöht sich der Betrag noch einmal um 18 Milliarden Euro. Es sind nach der Studie diese versteckten Kosten, bei denen ein deutliches Einsparungspotenzial liegt. Nach A.T. Kearney könnten diese Summen um rund 13 Milliarden Euro durch eine Straffung der Verwaltungsstruktur verringert werden.
Der GKV-Spitzenverband hat wie erwartet auf die Ergebnisse der Studie von A.T. Kearney mit Widerspruch reagiert. In seiner Stellungnahme lehnt er einen Vergleich mit den Verwaltungskosten in der Wirtschaft ab, die bei durchschnittlich 6,1 Prozent liegen. Automatisierte Abläufe wie in der Industrie können nicht mit der Behandlung von Patienten verglichen werden ist die Kernaussage der Stellungnahme durch den GKV-Sprecher Florian Lanz. Außerdem seien viele der Dokumentationen und Verwaltungsvorschriften zum Vorteil des Patienten, auch wenn Ärzte und Apotheker den erhöhten Zeitaufwand und die damit verbundenen Kosten ablehnen würden. Für die Patienten zahle es sich aus, wenn die günstigsten Medikamente ermittelt werden müssten. In vielen Fällen könne so die Zuzahlung zu den Medikamenten eingespart werden. Ohne die aufwendige Verwaltung ist nach Ansicht des GKV-Spitzenverbands eine ebenso aufwendige Patientenversorgung nicht zu leisten.
(fs)
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