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Gesundheitsreform wird Metropolen in Schwierigkeiten bringen


Gesundheitsreform wird Metropolen in Schwierigkeiten bringen
12.09.2011
Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KV Hamburg) rechnet aufgrund der kommenden Gesundheitsreform der Bundesregierung mit dramatischen Folgen für die ambulante medizinische Versorgung der deutschen Metropolregionen. Die Regierung habe ihre Versprechen gebrochen, klagt die KV. Die Verantwortlichen der Kassenärztlichen Vereinigung sind überzeugt: Durch das medizinische Versorgungsgesetz kann der finanzielle Bedarf einer Großstadt wie Hamburg nicht abgedeckt werden.

Die Kritik der KV Hamburg

Die Hauptkritik der KV Hamburg richtet sich vor allem gegen die geplante zukünftige medizinische Versorgung. Dirk Heinrich, Vorsitzender der Fachärzte in Hamburg erklärte, die Politik habe versprochen, den Regionen ihre Gestaltungsmacht zurückzugeben. Dies sei aber keineswegs der Fall. Stattdessen fordere die Gesundheitsreform ein, die hamburgische Versorgung nach zentralistischem Vorbild umzustrukturieren. Die Regierung habe somit ihr Versprechen gebrochen. Zudem gehe das Gesetz viel zu wenig auf die besondere Situation einer Metropolregion wie Hamburg ein. Die Patientenzahl, die als Kalkulation für die künftige Verteilung der finanziellen Mittel dient, wurde auf dem Stand von 2010 eingefroren. Dies sei für die Hansestadt aber vollkommen unrealistisch, klagt Heinrich. Zum einen wachse die Bevölkerung Hamburgs regelmäßig, zum anderen kämen auch viele Menschen aus dem Umland, um sich in der Hansestadt behandeln zu lassen, da Großstädte über wesentlich bessere Versorgungsmöglichkeiten verfügten. Die bittere Konsequenz werde sein, dass vor allem das Geld für die ambulante Versorgung der Patienten nicht ausreichen werde, prognostizierte der Vorsitzende der Fachärzte in Hamburg die Zukunft. Daraus folge, dass die Menschen sehr lange auf einen Termin bei einem Facharzt warten müssten und die Qualität der Versorgung insgesamt sinken werde.
 

Appelle an die Politik

Heinrich appelliert aus diesem Grund an die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks und die Bundestagsabgeordneten der Stadt, sie müssten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und sich in Berlin für eine gute Versorgung der Menschen in Metropolen einsetzen. Chancenlos seien solche Appelle möglicherweise nicht. Die aktuellen Regelungen des medizinischen Versorgungsgesetzes sollen laut dem neuen Gesundheitsminister Daniel Bahr noch einmal grundlegend überarbeitet werden. So erklärte der FDP-Politiker bereits im Sommer, er werde sich vor allem dafür einsetzen, dass Patienten nicht zu lange auf einen Termin beim Arzt warten müssten. Allerdings schwebte ihm dabei keine Reorganisation der Mittelverteilung vor. Bahr drohte stattdessen mit Geldstrafen in Form von Mittelentzug, sollten Mediziner die Menschen unnötigerweise zu lange warten lassen. Dies allerdings dürfte nur noch weitere Kritik der Fachverbände der Metropolen hervorrufen. 
 

(rw)



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