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Experten warnen: Große Unterschiede bei Privaten Pflegeversicherungen


Experten warnen: Große Unterschiede bei Privaten Pflegeversicherungen
05.08.2011
Die Pläne der Bundesregierung, eine zweite, privat finanzierte Säule der Pflegeversicherung einzuführen, sind bei der Versicherungswirtschaft längst Realität. Zu schnell wächst die Kluft zwischen den Kosten, die von der gesetzlichen Pflegeversicherung getragen werden können und den Kosten, die tatsächlich anfallen. Zudem wächst der Bedarf an häuslicher und stationärer Hilfe stetig an. Aktuell sind in Deutschland bereits 2,4 Menschen auf Pflege angewiesen.

Die Pflegestufe - das wichtigste Kriterium

Fast 8 Prozent der Deutschen haben bereits jetzt eine private Zusatzversicherung, um ihre Pflege im Alter finanziell zu sichern. Generell muss bei den Zusatzversicherungen immer darauf geachtet werden, welche Pflegestufe zum Leistungsbezug berechtigt. Der häufigste Fall, die Pflegestufe I, führt nicht einmal bei der Hälfte der angebotenen Zusatzversicherungen zu einer Versicherungszahlung, obwohl in dieser Pflegestufe täglich durchschnittlich mindestens 90 Minuten lang Hilfe geleistet werden muss. Bei der Pflegestufe II bezahlen immerhin schon 71 % der Versicherungen. Die Versicherer bieten dazu Policen für ein Pflegetagegeld, die Pflegekosten, eine Pflegerente und eine so genannte Pflegerente-Risikoversicherung. In der Regel müssen die Prämien so lange gezahlt werden, bis der Pflegefall eingetreten ist. Die Versicherungen behalten sich den Leistungseintritt drei Jahre nach Vertragsschluss vor.
 

Die Versicherungsprodukte im Detail

Das Risiko in Bezug auf das Pflegetagesgeld besteht in der Festschreibung des Betrages, der bei Eintritt der Pflegestufe täglich gezahlt wird. Zwar werden die Beträge unabhängig vom Verwendungszweck gezahlt, doch bei der rasanten Kostenexplosion im Gesundheitswesen können sie in einigen Jahren wohl kaum noch den realen Finanzbedarf decken. Je höher der auszuzahlende Betrag, desto höher die Prämie. Der Versicherte muss aber auch sicher sein, die Zahlungen stetig tragen zu können. Bei vielen Versicherungen erlischt der Leistungsanspruch ansonsten komplett. Sparen am Tarif lässt sich lediglich dann, wenn man sich auf einzelne Leistungen beschränkt. Die monatliche Prämienhöhe für eine Pflegetagesgeldversicherung beläuft sich durchschnittlich auf 40 bis 70 Euro im Monat. 
 

Zusatzversicherungen geben Sicherheit

Mit der Zusatzversicherung für die Pflegekosten kann der Versicherte die Restkosten abdecken, die von der Pflegekasse nicht gezahlt werden. Dazu gehören üblicherweise die Unterbringung und die Verpflegung. Welche Qualität der Versicherte in diesen Fragen in Anspruch nehmen will, legt er mit seinem Tarif selbst fest. Auch werden die Leistungen unabhängig von der Kostenentwicklung im Pflegebereich erbracht. Deshalb ist diese Zusatzversicherung vor allem dann sinnvoll, wenn eine professionelle Betreuung vorgesehen ist. Für unausgereift halten Experten die Versicherungsangebote „Pflegerente“ und „selbstständige Pflegerentenversicherung“. Die Pflegerente ist eigentlich ein Sparmodell, das zusätzlich Versicherungsschutz bietet. Bei der selbständigen Pflegerentenversicherung erfolgt erst dann eine Auszahlung, wenn die Pflegestufe III erreicht wird. Dieser Fall tritt jedoch nur selten ein. Die Tarife für diese Versicherungsprodukte werden aus diesem Grund schlichtweg als zu teuer eingestuft.
 

(fs)



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