Erste Beitragserhöhungen bei der PKV wurden zu 2012 bereits angekündigt
Erste Beitragserhöhungen bei der PKV wurden zu 2012 bereits angekündigt
Foto: malerapaso istock
09.09.2011
Die ersten vagen Informationen zu den Beitragsanpassungen der PKV kursieren bereits im Internet. Mittlerweile scheint klar: Fast alle Versicherungsgesellschaften werden einige ihrer Tarife zum 01. Januar weiter erhöhen. Für viele Betroffene – insbesondere für Rentner - bedeutet die erneute Beitragsanpassung ein finanzielles Fiasko.
Wie kommen Beitragserhöhungen zustande?
Die privaten Krankenversicherungen bieten meist viele verschiedene Tarife an. In manche dieser Tarife oder Tarifkollektive werden jedoch keine Neukunden mehr aufgenommen, sie werden für den Markt geschlossen. Da so keine jungen gesunden Versicherten mehr hinzukommen, spricht man von einer langsamen Vergreisung des Tarifs. Die Beiträge, die jeder einzelne Versicherte bei der PKV bezahlen muss, bemessen sich anders als bei den gesetzlichen Kassen nicht am Einkommen, sondern an den Ausgaben des gesamten Tarifkollektivs. Insbesondere für ältere Personen mit kleiner Rente hat die ständig steigende Preisspirale fatale Folgen: Wer die Beiträge nicht mehr stemmen kann, wird schnell in den sogenannten Basistarif gewechselt, der lediglich die medizinische Grundversorgung gewährleistet.
Verbraucherschützer warnen vor dem Basistarif
Experten gehen davon aus, dass Ende des Jahres bereits 35.000 Personen im Basistarif versichert sind. Darunter befinden sich viele Rentner und ältere Personen, die die Last ihrer horrenden Beiträge nicht mehr tragen konnten. Doch insbesondere für diese Personengruppe ist der Basistarif eine Preisfalle. Wer mit einem schlechten Gesundheitszustand und chronischen Erkrankungen auf eine umfassende medizinische Versorgung angewiesen ist, muss im Basistarif tief in die eigene Tasche greifen. Wichtige Präventionsbehandlungen und Untersuchungen müssen oftmals vom Patienten selbst getragen werden, obwohl der Basistarif monatlich bis zu 575 Euro kosten kann. Das Leistungsniveau liegt laut Verbraucherschützern unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen. Ohne erhebliche Risikozuschläge ist es auch kaum möglich, aus dem Basistarif in einen anderen Tarif zu wechseln.
Es gibt eine Alternative
Was die meisten Versicherten nicht wissen: In den meisten Fällen gibt es weitaus bessere und günstigere Tarifalternativen. Bei einem Wechsel innerhalb der Gesellschaft gehen die Altersrückstellungen nicht verloren und oft kann auch das Leistungsniveau erhalten werden bei erheblich geringeren Beiträgen. Als Faustregel gilt: Wer seit mindestens sieben Jahren privat versichert ist, kann durch einen Wechsel innerhalb der Gesellschaft sparen. Die Beratung und Umsetzung durch unabhängige Verbraucherschützer oder Versicherungsberater ist jedoch sehr ratsam. Die intransparente Versicherungsbranche ist für den Laien leider sehr schwer einzuschätzen. Um keine unvorteilhaften Wechsel ohne Rückfahrschein vorzunehmen, sollten sich Versicherte deshalb sehr gut informieren über das Preis-Leistungs-Verhältnis mehrerer Tarife.
(ck)