Kostenloser WIDGE-Check
  • Einsparung bis 40%
  • Keine Kündigung notwendig
  • Gleicher Leistungsumfang
  • Kostenloses Angebot erstellen lassen
Infos anfordern!

Diskussion um Zukunft der PKV


Diskussion um Zukunft der PKV
20.09.2011
Im Rahmen des 11. Continentale Forums wurde über die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitssystem und die sich daraus ergebenden Chancen für die privaten Krankenversicherungen diskutiert. In diesem Jahr war von Optimismus bei den 1200 versammelten Experten wenig zu spüren. Rolf Bauer, Chef der Continentale, sieht die PKV gegenwärtig in schwacher Position. Die politische Diskussion um die Einführung einer Bürgerversicherung und Versäumnisse in den Reihen der PKV verunsichern die Branche.

Eigenlob und Selbstkritik

Bauer ist der Meinung, dass die Stabilität des deutschen Gesundheitssystems sowohl gesetzliche, als auch private Krankenversicherungen erfordere, die stark und gesund sein müssten. Gegenwärtig haben die gesetzlichen Krankenversicherungen 70 Millionen Mitglieder, während etwa 9 Millionen Personen privat versichert sind. Damit die privaten Krankenkassen sich weiter behaupten können, sei vor allem Transparenz nötig. Den Versicherten müsse besser vermittelt werden, in welchen Punkten die private Krankenkasse ihre Stärken habe. Dem negativen Image würde nur unzureichend entgegen getreten. Hohe Beitragssteigerungen im Alter, schlechte Versorgung der Versicherten in den Billigtarifen und hohe Abschlussprovisionen werfen kein gutes Licht auf die Branche, stellte der Chef der Continentale selbstkritisch fest. Bauer verteidigte zwar die Provisionen in Abhängigkeit vom Vertragsvolumen, forderte seine Kollegen aber auf, Auswüchse zu verhindern. Es gäbe ein schlechtes Bild von den privaten Krankenversicherungen, wenn die Neuabschlüsse im großen Umfang auf Abwerbungen beruhen.

Annäherung der beiden Versicherungssysteme

Sicher ist sich Bauer, dass die gesetzlichen Krankenkassen bestehen bleiben werden. Für die privaten Anbieter diskutierte er verschiedene Szenarien: Im schlimmsten Falle würde die PKV vollständig abgeschafft und Teil der Bürgerversicherung werden. Sollte dieses Szenario eintreten, würden als Geschäftsfelder der PKV lediglich die privaten Zusatzversicherungen bleiben. Eine weitere Option wäre die Annäherung der beiden Versicherungssysteme.

Hoffen auf obligatorische Lösung

Gesundheitsminister Daniel Bahr versuchte, die Anwesenden zu beruhigen. Er gehe davon aus, dass der faire Wettbewerb zwischen privaten und gesetzlichen Versicherungen und die Vielfalt der Möglichkeiten erhalten bleiben müssten. Weiter führte er aus, dass die Pflegeversicherung in Zukunft nicht mehr im Umlagesystem finanziert werden solle. Nötig sei ein System mit Kapitaldeckung, wie es sich bei den privaten Krankenversicherungen bewährt habe. Er hoffe, dass die Politik sich für eine obligatorische Lösung entscheide, da die meisten Versicherten, seiner Meinung nach, das Risiko der Pflegebedürftigkeit unterschätzen würden.

(ck)



Weitere Artikel

« Zu wenig Psychotherapieplätze in manchen Regionen
Central Krankenversicherung schließt Maklergeschäft »

Stichwort GKV

Gute Konjunktur: Senkung der Sozialversicherungsbeiträge möglich
Gute Konjunktur: Senkung der Sozialversicherungsbeiträge möglich

Gute Konjunkturlage: Sozialversicherungsbeiträge könnten deutlich sinken

Prämienauszahlung: Zwangsprüfung für Krankenkassen
Prämienauszahlung: Zwangsprüfung für Krankenkassen

Hohe Überschüsse: Krankenkassen sollen künftig Prämien ausschütten

Stichwort Gesundheitssystem

Patientenvertreter fordern bessere Krankenhaushygiene
Patientenvertreter fordern bessere Krankenhaushygiene

Hygienemängel in deutschen Kliniken: Krieg um die Keime

Koalition will unnötigen OPs Riegel vorschieben
Koalition will unnötigen OPs Riegel vorschieben

Geplante Einsparungen in der Gesundheitspolitik sorgen für Aufruhr