Die medizinische Inflation bringt PKV in Schwierigkeiten
Die medizinische Inflation bringt PKV in Schwierigkeiten
Foto: malerapaso istock
11.07.2011
Einer Studie zufolge sind die Beiträge der Privatversicherten in den letzten Jahren insgesamt um 3,9 Prozent angestiegen. Doch auch die GKV ist von der medizinischen Inflation betroffen.
Der sprunghafte Anstieg der Beiträge ist schädlich
Die sprunghaften Beitragssteigerungen schaden nicht nur den Versicherungsnehmern, sondern auch der der privaten Krankenversicherung. Die Beitragsentwicklungen der GKV und der PKV sind sehr unterschiedlich und lassen sich kaum miteinander vergleichen. Dennoch stellt das IGES diese beiden Varianten gegenüber. Die Studie besagt, dass sich die Versicherungsprämien in den privaten Vollversicherungen in einem Zeitraum von ca. 10 Jahren um 3,9 Prozent erhöht haben, während bei der gesetzlichen Krankenversicherung im gleichen Zeitraum nur ein Anstieg von 2,4 Prozent feststellbar war. Solche Vergleiche werden von Experten jedoch kritisch beurteilt, da es sich hierbei um zwei sehr unterschiedlich angelegte Systeme handelt.
Deutsche Aktuarvereinigung hält Vergleich für inakzeptabel
Die Deutsche Aktuarvereinigung verlautbarte in einer Pressemitteilung, bei diesem durchgeführten Vergleich seien besonders bei der Gesetzlichen Krankenkasse sehr viele Faktoren überhaupt nicht berücksichtigt worden. Hauptkritikpunkt: Obwohl die Aussage vom IGES bestand, dass ein direkter Vergleich nicht durchführbar war, wurden die Ergebnisse der Studie veröffentlicht. Die Verunsicherung der Versicherungsnehmer blieb folglich nicht aus, obwohl laut DAV gerade diese vermeidbar gewesen wäre. Es seien für die Berechnungen weder Kürzungen der Leistungen durch das bestehende Gesundheitsmodernisierungsgesetz, noch die Belastungen durch die eingeführte Praxisgebühr für die Versicherten und die Zuschüsse vom Bund für die GKV berücksichtigt worden. Auch sei bei der gesamten Prämienentwicklung der Privaten Krankenversicherung völlig außer Achte geblieben, dass alle Unternehmen verpflichtet sind, einen anteiligen Zuschlag auf die Beiträge seit 2000 zur Dämpfung der Prämienentwicklung zu erheben. Auch die These der IGES Studie, dass gerade die älteren Versicherten überproportional von Beitragssteigerungen betroffen seien, ließe sich, so DAV leicht widerlegen. Gerade ab einem Alter von 65 biete die PKV effektiv senkende und stabilisierende Prämienmaßnahmen.
(fs)