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Debeka bekundet strikte Ablehnung der Bürgerversicherung


Debeka bekundet strikte Ablehnung der Bürgerversicherung
11.08.2011
Das deutsche Gesundheitssystem, die damit verbundenen Kosten und insbesondere die Krankenkassenstrukturen befinden sind Stoff einer Dauerdiskussion. SPD und Grüne entwarfen hierzu mit der Bürgerversicherung ein alternatives Krankenversicherungsmodell, mit dem sie die künftige Finanzierung der Gesundheitskosten auf eine solidere Basis stellen wollen. Die Debeka entfacht nun erneut die Diskussion zu den Plänen.

Strikte Ablehnung seitens der Debeka

Eine Bürgerversicherung würde bedeuten, dass alle Deutschen jeder Einkommensklasse in einem einheitlichen Versicherungssystem versichert werden.  Den gesetzlichen Krankenkassen würde eine solche Neuerung deutlich mehr Einnahmen bescheren. Private Krankenkassen hingegen hätten das Nachsehen und wehren sich nun gegen die Einführung der Einheitsversicherung für alle. Uwe Laue, der Vorstandschef der privaten Krankenversicherung Debeka, sieht in dem Vorschlag einer Bürgerversicherung nicht mehr als den weiteren Stützungsversuch eines ohnehin defizitären Systems. Das Vorhaben, so Laue, erinnere an ein sinkendes Schiff, das weiterhin Menschen aufnimmt. Die Bürgerversicherung sei eine Sackgasse. Er wies darauf hin, dass private Krankenversicherungen Altersrückstellungen für die Konten ihrer Versicherten ansparen, um so die im Alter steigenden Ausgaben für die Gesundheit finanzieren zu können. Die gesetzlichen Krankenversicherungen hingegen seien umlagefinanziert. Aus Sicht der privaten Krankenversicherer muss ein derartiges System eines Tages zusammenbrechen. An diesem Tag X sehen die privaten Krankenversicherungen ihre große Chance. Realistisch gesehen ist ein Zusammenbruch des gesetzlichen Krankenversicherungssystems vorerst trotz aller Missstände nicht zu erwarten. Die aktuelle schwarz-gelbe Regierungsmehrheit steht dem aus ihrer Sicht bisher bewährten Modell sehr positiv gegenüber.

Was wird aus den Plänen einer Bürgerversicherung?

Spannend könnte es nach der Bundestagswahl 2013 werden. Eine künftige rot-grüne Regierung könnte auf dem Gesundheitssektor zu einer Kehrtwende führen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass SPD und Grüne sich als Initiatoren der Bürgerversicherung absehbar für diese starkmachen. Vergleichbare Entwicklungen sowie der Blick nach Österreich und in die Niederlande lassen aber auch erkennen, dass eine Umstrukturierung des Krankenkassensystems ein aufwendiges und schwieriges Unterfangen wird. In beiden Ländern nehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen eine Vormachtstellung ein. Die Systematik der beiden Länder unterscheidet sich jedoch. So besteht zum Beispiel in den Niederlanden der Versicherungsbeitrag aus zwei Komponenten: einer sogenannten Kopfpauschale sowie einem vom Einkommen abhängigen Bestandteil. Prämien für Kinder und Jugendliche bezahlt der Staat. Ob eine Reform erfolgreich sein wird, bestimmen neben der Planung auch die jeweiligen Begleitkonstellationen.

(fs)



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