Kostenloser WIDGE-Check
  • Einsparung bis 40%
  • Keine Kündigung notwendig
  • Gleicher Leistungsumfang
  • Kostenloses Angebot erstellen lassen
Infos anfordern!

Beschwerdestatistik: Ärzten unterlaufen mehr Behandlungsfehler


Beschwerdestatistik: Ärzten unterlaufen mehr Behandlungsfehler
21.06.2012
Laut Statistiken der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen, die kürzlich veröffentlicht wurden, unterlaufen Ärzten vermehrt Behandlungsfehler. Im Jahr 2011 wurden mehr als 11.100 Einzelfälle gemeldet - 99 davon waren Todesfälle. Die Anzahl der Beschwerden wuchs im Vergleich zu 2010 um einen Prozentpunkt.

Nicht ausschließlich Behandlungsfehler

Die Zahl der 11.100 Fälle muss differenziert betrachtet werden. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um Behandlungsfehler im eigentlichen Sinne. Vielmehr beanstandeten die behandelten Patienten einen vermeintlich fehlerhaften Eingriff bei ihren Krankenkassen und den dafür vorgesehenen Schiedsstellen. Diese wiederum fällten in rund 7.500 Sachverhalten einen Schiedsspruch und entschieden damit die Frage, ob ein solcher Fehler tatsächlich vorliegt. Für 1.900 Patienten bejahten sie diese und gaben den Klägern somit recht. Entscheidend dabei ist es, dass in diesen Fällen die Behandlungsfehler in einem engen Zusammenhang mit den Beschwerden der Betroffenen stehen. In 386 weiteren Sachverhalten konnte dieser Zusammenhang dagegen nicht bestätigt werden.

Behandlungsfehler mit Todesfolge

Eine weiterführende Aufteilung der Behandlungsfehler erfolgt gemäß Statistik in den Folgen für den Patienten. So starben 99 Patienten, weil falsche Behandlungsmaßnahmen vorgenommen oder Behandlungen fehlerhaft ausgeführt wurden. Mehr als 500 Betroffene klagten dagegen über langwierige, leichte Beschwerden. Eine Heilung ist in solchen Fällen zwar möglich, jedoch mit erheblichen Aufwänden verbunden. Mehr als 700 Patienten erlitten im Zuge der Behandlungsfehler leichte und nur kurzzeitig auftretende Leiden. Inwieweit bei allen genannten Kategorien eine Dunkelziffer an nicht gemeldeten Fällen besteht, konnte die Gutachterkommission allerdings nicht beantworten.

Betroffene medizinische Eingriffe

Die Behandlungsfehler treten demzufolge bei unterschiedlichen ärztlichen Eingriffen auf. Am häufigsten werden sie bei Operationen der Knie- und Hüftgelenke verzeichnet. Doch auch der an sich eher simple Eingriff, der bei gebrochenen Unterarmen vorzunehmen ist, resultierte in einigen schmerzhaften Folgen für den Patienten. Ebenso waren die Operationen von Unterschenkeln und Sprunggelenken vor Behandlungsfehlern nicht gefeit. Warum gerade jene Eingriffe den überwiegenden Teil der Behandlungsfehler auf sich vereinten, blieb unbeantwortet. Gute Meldungen gab es dagegen bei der Behandlung von Brustkrebs: Hier kam es im  Jahr 2011 nur zu 15 gemeldeten Fällen – ein Rückgang im Vergleich zum Jahr 2010. Insbesondere die schnellere Überweisung der Frauenärzte zur Mammographie wirkte sich dabei positiv aus.

Neue Rechtslage?

Dem Problem der gestiegenen Behandlungsfehler steht der Bundesverband der Krankenkassen entschlossen gegenüber. Er forderte eine neue Rechtslage, die es insbesondere den betroffenen Patienten leichter machen sollte, derlei Fehler anzuklagen. Hierbei sei gerade die Beweislast gegenwärtig noch erdrückend – denn häufig kann der medizinische Laie den Zusammenhang zwischen seinen Leiden und einem vermeintlichen Fehler des Arztes eben nicht fachlich nachweisen. Insofern, so fordert der Bundesverband nun aber, müsse die Beweislast auf die Mediziner übergehen. Klage ein Patient etwaige Fehler an, wäre der Arzt gezwungen nachzuweisen, dass diese nicht ursächlich aus einem fehlerhaften Vorgehen durch ihn entstanden sind.

(sw)



Weitere Artikel

« Nur ausreichende Versorgung von Krankenhausapotheken
Sachverständigenrat: Vermehrt auf ambulante Operationen setzen »

Stichwort Gesundheitssystem

Bürgerversicherung würde mittlere bis hohe Einkommen belasten
Bürgerversicherung würde mittlere bis hohe Einkommen belasten

Studie: Bürgerversicherung belastet mittlere bis hohe Einkommen

Behandlungsfehler: Jeder dritte Verdacht bestätigt
Behandlungsfehler: Jeder dritte Verdacht bestätigt

Jeder dritte Verdacht auf Behandlungsfehler bestätigt

Stichwort Studie

Statistik: Ostdeutsche häufiger krankgeschrieben
Statistik: Ostdeutsche häufiger krankgeschrieben

Arbeitnehmer im Osten häufiger krank

Studie: Oft nur geringer Zusatznutzen bei neuen Medikamenten
Studie: Oft nur geringer Zusatznutzen bei neuen Medikamenten

Arzneimittelbewertung: Neue Medikamente sind nur selten besser