Allianz setzt in Zukunft vermehrt auf Krankenzusatzversicherungen
Allianz setzt in Zukunft vermehrt auf Krankenzusatzversicherungen
Foto: Notorious91 istock
17.11.2011
Auch die Allianz Krankenversicherung hat mit rückläufigen Absatzzahlen in der privaten Krankenvollversicherung zu kämpfen. Stattdessen ist nun geplant, im Bereich der Zusatzversicherungen zu expandieren. Die Gründe für die schwachen Zahlen im Vollversicherungsgeschäft sieht der Konzern auch im politischen Bereich.
Neukundengeschäft stagniert
Die private Krankenvollversicherung verliert bei der Allianz Krankenversicherung an Bedeutung. Die Absatzzahlen stagnieren, und der Versicherungskonzern sucht nach Wegen, um das schwächelnde Neugeschäft bei den Vollversicherungen zu kompensieren. Zwar blieben die Beitragseinnahmen mit 2,41 Milliarden Euro weitgehend stabil, doch die Ergebnisse im operativen Geschäft der ersten neun Monate des Jahres sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19 Millionen Euro zurückgegangen. Damit verzeichnet die Allianz Krankenversicherung ein operatives Ergebnis von 105 Millionen Euro.
Zusatztarife sollen das Wachstum ankurbeln
Eine Lösung der Absatzkrise sieht die Allianz in den Zusatzversicherungen, die ein starkes Wachstum aufweisen. In diesem Bereich sieht der Versicherungskonzern gegenwärtig weitaus mehr Potenzial als in der Vollversicherungs-Sparte. Das derzeitige Wachstum der Zusatzversicherungen soll daher nun mit neuen Tarifen stabilisiert und ausgebaut werden. In Vorbereitung befinden sich gegenwärtig Policen, die bislang nicht versicherbare Bereiche abdecken – so zum Beispiel für den Bereich der Behandlung von Krebs-Erkrankungen.
Gesetzliche Rahmenbedingungen bremsen die Vollversicherungs-Sparte aus
Was die privaten Zusatzversicherungen ebenfalls als Wachstumsmotor prädestiniert: Viel mehr Menschen kommen als potenzielle Neukunden für Zusatztarife als für Vollversicherungen in Betracht, zumal auch der Bedarf für zusätzliche Vorsorge vorhanden ist. Dagegen würden private Krankenvollversicherungen durch die vom Gesetzgeber geschaffenen Rahmenbedingungen für die Kunden uninteressant, wie der Finanzvorstand des Konzerns, Oliver Bäte, äußert. Einen maßgeblichen Anteil an der Stagnation des Vollversicherungs-Segments sieht die Allianz dementsprechend auch in der Politik. Letztlich kämen nur wenige Personengruppen als potenzielle Neukunden für Vollversicherungen in Frage, was zu einem extremen Wettbewerb der Versicherer führe. So erklären sich für Finanzvorstand Bäte auch die hohen Provisionen, die mitunter für die Vermittlung von neuen Vollversicherungskunden gezahlt würden. Diese Provisionszahlungen wurden in der jüngeren Vergangenheit wiederholt kritisiert. Die Diskussion über die Vergütungshöhe für die Vermittlung von Krankenversicherungen stieß letztlich auch in der Politik reges Interesse. Dort wurde die Begrenzung der Vermittlungsprovisionen gefordert und letztendlich auch beschlossen.
(rw)