
Radikale Neuausrichtung ist das jüngst erklärte Ziel der Central Krankenversicherung zum Jahresende. Nachdem das Generali-Tochterunternehmen mit der Einführung von Billigtarifen hohe Verluste eingefahren hat, muss nun zwangsläufig reagiert werden. Der erste und wohl auch einschneidenste Schritt ist die komplette Aufgabe der Maklersparte. Bereits ab 01. April 2012 soll der ganze Vertrieb eingestellt werden. Von diesem Zeitpunkt an wird sich die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) um den Vertrieb und das Maklernetzwerk kümmern. » Günstigeren Central-Tarif anfordern
Die Central ist der Generali-Gruppe zugehörig und hat sich seit 1913 auf Krankenversicherungen spezialisiert. Die Verschmelzung mit der Generali Krankenversicherung AG wurde am 1. Januar 2000 besiegelt. Mit etwa 1,8 Millionen Versicherten gehört die Central aktuell zu den größeren deutschen Krankenversicherungen: Innerhalb der letzten Jahre konnte die Anzahl an Neukunden ständig gesteigert werden. Der Großteil dieser Kunden ist in billigen Einsteiger-tarifen versichert, deren Leistungsniveau teilweise noch unter dem der gesetzlichen Krankenkassen liegt. Die Strategie dahinter war, dass die Versicherten nach kurzer Zeit mit ihren geringen Leistungen nicht mehr zufrieden sind und diese in einem teureren Tarif aufstocken wollen. Doch diese Rechnung ging nicht auf. Vielmehr stellten viele Neukunden nach kurzer Zeit sogar die Zahlungen ein, da sie sich die Beiträge nicht mehr leisten konnten. Seit 2009 sind die privaten Krankenversicherungen jedoch verpflichtet, in Notfällen trotzdem die erforderlichen Leistungen zu übernehmen. So häuften sich größere Verluste an. Die Central reagierte: Bereits zum 01. August 2011 wurde der Billigtarif ECOline wieder eingestellt. Es werden keine neuen Kunden mehr aufgenommen. Innerhalb von nur drei Jahren hatten sich laut FAZ fast 40.000 Kunden für den ECOline-Tarif entschieden und bescherten der Central 2008 sogar die erfolgreichste Anzahl an Neugeschäften ihrer fast hundertjährigen Geschichte. Dieser Erfolg stellte sich erst später als tückisch heraus.
Als weitere Maßnahme gegen die Verluste werden zum 01. Januar 2012 nun einzelne Beiträge angehoben - teilweise um fast 20 Prozent. Diese Erhöhung wird nicht gerade förderlich für das ohnehin angeschlagene Image des PKV-Konzerns sein. Doch die durch den erfolglosen Ausflug ins Billigsegment entstandenen Schäden müssen vorerst wieder ausgeglichen werden, ehe die Central die eigenen Strukturen und den entstandenen Imageverlust sanieren kann.
Verunsicherte Kunden sollten nicht unüberlegt zu einer anderen Versicherung wechseln, sondern erst einmal die Möglichkeiten innerhalb der Gesellschaft prüfen. Oftmals gibt es innerhalb der Versicherungsgesellschaft Tarife, die wesentlich günstiger sind und trotzdem das gleiche Leistungsniveau haben. Beim Wechsel innerhalb der Gesellschaft bleiben auch die angesparten Altersrückstellungen komplett erhalten.
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